Nie war er so gut wie heute! Das Loblied auf deutschen Winzersekt

28.02.2018

Wir sind – mal wieder – Weltmeister! Mit mehr als 300 Millionen Liter Schaumwein trinken die Deutschen so viel Sekt, Schaumwein, Crémant oder Champagner wie keine andere Nation. Eigentlich eine gute Nachricht, sollte man meinen. Aber hinter diesen Zahlen verbergen sich überwiegend einfache, industriell erzeugte billige Massenware und nur kleine Mengen erstklassiger Sekte. Richtig guten Sekt zu erzeugen ist zeit- und arbeitsaufwendig, und das kostet. Die Deutschen aber haben sich an Niedrigstpreise von 2,99 € im Discount oder Supermarkt gewöhnt und greifen nur selten zu handgefertigten Qualitätsprodukten. Schade!

Denn wer einmal richtig guten deutschen Winzer-Sekt kennenlernen durfte, wird begeistert sein. Ähnlich wie bei deutschen Weinen werden auch die deutschen Sekte immer besser. Das hängt einerseits mit der globalen Erwärmung zusammen, aber auch mit der guten Ausbildung der Winzer und ihrem Qualitätsstreben. Sekt wird aus Wein erzeugt durch eine zweite Gärung. Je besser das Ausgangsprodukt, also der Wein, umso besser das Endprodukt: der Winzer-Sekt.
Anstelle einer Tankgärung werden die guten Winzersekte mittels Flaschengärung hergestellt. Dabei kommt der fertige, trockene Grundwein in eine Schaumweinflasche und ihm wird eine Zucker-/Hefelösung beigegeben. Verschlossen mit einem Kronkorken vergären die Hefen den Zucker, der komplett in Alkohol und CO2 umgewandelt wird. Da die Kohlensäure nicht entweichen kann, steigt der Druck in der Flasche auf bis zu 6 bar.

Haben die Hefen ihre Arbeit getan, sterben sie ab und liegen am Boden der horizontal gelagerten Flaschen. Vorgeschrieben sind 9 Monate Flaschenreife, doch je länger diese dauert umso komplexer wird das Produkt. Denn durch den Zersetzungsprozess der Hefen geben diese Aromen frei und verleihen dem Sekt eine Cremigkeit. Spitzenprodukte weisen ein Flaschenreife von 18 bis 30 Monaten oder noch länger auf. So erreichen die Cremants von Erzeugern wie Raumland, Bamberger, Bassermann-Jordan oder Buhl Bewertungen, die denen von Champagner nichts oder kaum nachstehen.

Deutscher Winzersekt - nie war er so gut wie heute

Ein großartiges Beispiel für überzeugenden Winzersekt ist der ng.3 Weißburgunder Sekt Brut vom Weingut Nauerth-Gnägy aus der Pfalz. Michael Gnägy erntet nur perfekt gesunde Trauben, presst und vinifiziert diese zu einem delikaten Grundwein, der lange auf seiner ersten Hefe bleibt. Noch viel länger reift er in der Flasche nach der zweiten Gärung. Mindestens 18 bis zu 24 Monate haben die Hefen Zeit, den Sekt zu prägen und seine Textur zu verfeinern.

So entsteht ein saftiger und Apfelfrucht-geprägter Sekt mit einem betörenden Schmelz und kraftvollem Körper, aber ohne überladen zu sein. Er besitzt ausreichend Lebhaftigkeit, Finesse und Komplexität, dass man ihn immer wieder riechen und schmecken will. Er fasziniert mit filigraner Mineralität, viel Spiel und einer feinen Perlage, die sanft den Gaumen streichelt. Ein deutscher Winzer-Sekt der Spitzenklasse, der viele Crémants oder Sekte blass wirken lässt. Ob solo getrunken oder als Aperitif, ob als Essenbegleiter zu Vorspeisen oder hellem Fleisch: der Weißburgunder Sekt Brut von Nauerth-Gnägy zeigt beispielhaft, dass deutscher Sekt so gut ist wie nie zuvor!

In unserem Video zum Wein des Monats erklärt uns Michael Gnägy, worauf es bei der Sekt-Erzeugung ankommt.

Das Konzept für den VIF-Videoblog wurde zusammen mit dem Werbefilmstudio framekit entwickelt (www.framekit.de). Das junge Unternehmen ist Spezialist für Image-, Produkt- und Unternehmensfilme. Die von mir, Frank Roeder MW, selbst aufgezeichneten Videos werden von framekit geschnitten und zum fertigen Film bearbeitet.

Text: Frank Roeder MW

Foto: Wein- und Sektgut Bamberger

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