Aus dem Leben eines Winzers (10): ... alle Jahre wieder staubt es

26.01.2016

Endlich sind die Tage kälter geworden und der lang ersehnte Frost war da. Das ist zum einen gut für die Winterruhe in der Natur und gleichzeitig werden Schädlinge geschwächt. Zum Beispiel wird die Startpopulation der Kirschessigfliege dezimiert und deren Aktivität beginnt später. Im Weinberg ruht derzeit die Arbeit und wir haben uns in den vergangenen Tagen verstärkt im Keller "rumgetrieben". Ein Teil der neuen Weine ist bereits filtriert und wartet auf die Abfüllung. Das gibt mir Zeit, Ihnen heute eine Arbeit vorstellen, die speziell für unsere Weinberge besonders wichtig ist - das Kalken. Die Weinbergsböden in unserer Gegend bestehen aus Schiefer und haben deshalb einen niedrigen pH-Wert, da sie kalkarm sind. Saure Böden haben folgende weinbaulichen Nachteile:

Die Bilder sind aus dem Frühjahr 2015, als es sonnig und trocken war und eine Weinbergsbefahrung ebenfalls unproblematisch war. Vor der eigentlichen Kalkung wird eine Bodenprobe gezogen und der pH-Wert und die wichtigsten Nährstoffe untersucht. Somit wissen wir, was unsere Weinberge benötigen und verhindern eine Überdüngung. In der Regel bringen wir alle 3 Jahre etwa 30 to Kalk in unsere 7,5 ha Reben, in Form von fein gemahlenem Dolomitsandstein. Diesen können wir lose etwa 20 km weiter an der luxemburgischen Grenze beziehen. Dort hat es, durch geologische Verwerfungen bedingt, ein kalkhaltiger Boden an die Erdoberfläche geschafft. In einem ansässigem Zementwerk beziehen wir unseren Kalk.


* schlechtere Verfügbarkeit von Nährstoffen
* verminderte biologische Aktivität und damit einhergehend eine geringere Freisetzung von Stickstoff aus organischer Masse, wie z.B. Kompost
* zunehmende Löslichkeit von Schwermetallen - Gefahr der Auswaschung oder Aufnahme durch die Rebe
* erhöhte Konzentration an freien Aluminium-Ionen mit toxischer Wirkung auf die Rebe


Aus diesem Grund führen wir alle 3 Jahre unseren Weinbergen Kalk zu. So bleibt der pH-Wert im für die Rebe optimalen Bereich von 6,5 - 7,0. Sinnvollerweise wird diese Arbeit in den arbeitsärmeren Wintermonaten durchgeführt, wenn der Boden gefroren ist und der Schmalspurschlepper dann keinen Bodendruck ausübt.

Die Bilder sind aus dem Frühjahr 2015, als es sonnig und trocken war und eine Weinbergsbefahrung ebenfalls unproblematisch war. Vor der eigentlichen Kalkung wird eine Bodenprobe gezogen und der pH-Wert und die wichtigsten Nährstoffe untersucht. Somit wissen wir, was unsere Weinberge benötigen und verhindern eine Überdüngung. In der Regel bringen wir alle 3 Jahre etwa 30 to Kalk in unsere 7,5 ha Reben, in Form von fein gemahlenem Dolomitsandstein. Diesen können wir lose etwa 20 km weiter an der luxemburgischen Grenze beziehen. Dort hat es, durch geologische Verwerfungen bedingt, ein kalkhaltiger Boden an die Erdoberfläche geschafft. In einem dort ansässigem Werk beziehen wir unseren Kalk.

 

Am Schlepper angebaut ist ein Düngerstreuer, unter dessen Behälter eine rotierende Scheibe angebracht ist. Der Antrieb erfolgt über eine Gelenkwelle am Schlepper. Durch einen größenverstellbaren Schieber am Behälter fällt das Streugut auf die rotierende Scheibe und wird verteilt. Je schneller der Schlepper fährt oder je kleiner die Schieberöffnung, je weniger Kalk wird ausgebracht und umgekehrt.

 

Am Schlepper angebaut ist ein Düngerstreuer, unter dessen Behälter eine rotierende Scheibe angebracht ist. Der Antrieb erfolgt über eine Gelenkwelle am Schlepper. Durch einen größenverstellbaren Schieber am Behälter fällt das Streugut auf die rotierende Scheibe und wird verteilt. Je schneller der Schlepper fährt oder je kleiner die Schieberöffnung, je weniger Kalk wird ausgebracht und umgekehrt.

 

alle Jahre wieder staubt es: Kalk ausbringen in Schieferlagen

Trockenes Wetter ist Voraussetzung für diese Arbeit, da der Kalk im Regen verklumpen würde. Bei diesem fein gemahlenen Gestein ist die Staubentwicklung beim Streuen erheblich und deshalb Windstille von unschätzbarem Vorteil.

alle Jahre wieder staubt es: Kalk ausbringen in Schieferlagen

Nach der letzten Streuung kommt mit der Reinigung der Geräte der unangenehmste Teil der Prozedur. Der feine Staub dringt in jede Ritze und "verbackt" dort gerne. Die Gesundheit und mikrobiologische Aktivität unseres Rebbodens ist uns diesen Aufwand jedoch wert. Denn nur ein gesunder und aktiver Boden ist die Grundlage für die Erzeugung hochwertiger Trauben.

Wir hoffen, sie hatten wieder Freude an unserem kleinen Bericht mit einem weiteren Auszug über die Arbeiten in unserem Weingut. Bleiben sie uns gewogen!

Text und Fotos: Johannes Peters

Weitere Berichte aus der Serie Arbeitsleben eines Winzers finden Sie hier:

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Putzig

Klare Sache: So wird filtriert

So pflanzt man heute Reben

Do it yourself: Kreativität hilft auch im Weinberg

Bodenpflege

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