Kaum bekannte Rebsorten: Muskattrollinger

04.09.2010

Aus unserer Serie "Kaum bekannte Rebsorten" stellen wir im Beitrag Nr. 4 die Sorte Muskattrollinger vor. Die Sorte Trollinger ist vielen Weinfreunden bekannt, die Sorte Muskattrollinger hingegen kaum. Schade eigentlilch, denn aus ihr können zauberhafte Weine entstehen, mit eigenständigem Profil, fernab vom Mainstream.

Der Ursprung dieser spätreifenden roten Traube geht bis ins Jahr 1836 zurück. Der italienische Züchter Alberto Pirovanoie hat Ende des neunzehnten Jahrhunderts ihre Abstammung als Kreuzung von Frankenthal (Trollinger) und Muscat d'Alexandrie vermutet. Mittlerweile ist es italienischen Forschern gelungen, diese Annahme zu bestätigen.

In Deutschland wird die Traube seit 1850 hauptsächlich in Württemberg von einigen wenigen Winzern angebaut. Außerdem wird sie in Serbien und Mazedonien als Keltertraube angepflanzt. Sie erbringt rubinrote Weine, man kann sie aber auch zu wunderschönen aromatischen Rose verarbeiten.

Das Weingut Rainer Schnaitmann hat sich auf die Fahne geschrieben diese alte, etwas „verrückte“ Rebsorte in Württemberg zu erhalten und keltert einen wunderschönen und hocharomatischen aus der Spitzenlage Fellbacher Lämmchen, der in einer Verkostung im Stern vom Juni 2009 unter die besten 25 Sommerweine aus 227 Weinen gewählt wurde. Dies ist für eine aromatische Reborte wie den Muskattrollinger fast eine Sensation, weil sie doch recht speziell und eigenwillig ist.

Unsere Verkostungsnotiz:

Ein herzerfrischender, charaktervoller Rose, mit zartem Muskatelleraroma, der an einen Traminer erinnert. Sehr lebhaft, anregend und verspielt. Eine Persönlichkeit fernab vom Mainstream. Macht richtig Spaß!

Lesen Sie auch aus der Serie:Kaum bekannte Rebsorten

Teil 1: Falanghina

Teil 2: Mencia

Teil 3: Glera = Prosecco

Teil 4: Muskattrollinger

Teil 5: Negroamaro

Teil 6: Vermentino

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