Chris Sistermanns empfiehlt: Gelber Muskateller Steinriegel 2010

28.07.2011

Erfrischend, fruchtig, aromatisch und animierend – das sind die Attribute, die meine heutige Weinempfehlung zu einem echten Tipp für heiße Sommertage machen: den Gelben  Muskateller 2010 aus der Lage „Steinriegel“ vom Weingut Wohlmuth in Kitzeck in der Südsteiermark.

Trotz Ihrer weltweiten Verbreitung, ist die Rebsorte Gelber Muskateller in Deutschland eher eine Rarität. Weniger als 100 ha beträgt die Anbaufläche hierzulande.  Auch in Österreich ist sie gemessen an der Anbaufläche (immerhin rund 500 ha) eher selten, gemessen an der Beliebtheit aber ein absoluter Renner, der sich eine große Fangemeinde geschaffen hat. Woran liegt das?

Im Glas ein helles Strohgelb. Schon das erste Schwenken enthüllt das sommerliche Bukett: blumige Noten, Holunderblüten, dazu Eindrücke von Zitrusfrüchten, Honigmelone und ein Hauch Muskat. Auf der Zunge dann eine animierende und vibrierende Säure, spritzig. Das erfrischt! Aromatisch, sehr traubig und doch mineralisch; wieder Holunder und auch Noten Mostbirnen. Ein Gelber Muskateller mit Tiefgang.

Die floralen Akzente sowie die frischen Zitrus- und Muskatnoten gelten als typisch für den Gelben Muskateller. Was den Steinriegel von Gerhard Wohlmuth Senior und Gerhard Wohlmuth Junior jedoch besonders auszeichnet, sind dieser schöne Duft nach Holunderblüten und die Mineralik des Weins, die sicherlich aus den Schieferböden resultiert, die die Lage „Steinriegel“ prägen.

Schon die Flasche gibt einen Hinweis auf die Philosophie des Weingutes:  traditionsbewußt, aber offen für  Neues, wobei genau unterschieden wird, was gute und was schlechte Neuerungen sind. Das traditionelle Familienwappen auf der Kapsel steht gleichberechtigt neben dem modernen, langen Schraubverschluß und dem zeitgenössischen Künstleretikett von Walter Schmögner, das die Wohlmuths für den Jahrgang 2010 ausgewählt haben. Genauso gleichberechtigt stehen im Weingut, das sich seit 1803 im Besitz der Familie befindet, traditionelle und moderne Methoden nebeneinander, solange sie dem Ziel dienen, die beste Weinqualität zu ermöglichen. Zahlreiche Auszeichnungen belegen, daß sich die Wohlmuths mit dieser Philosophie in die erste Liga der österreichischen Winzer gearbeitet haben.

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