Weingut des Monats Juni: von Racknitz (Nahe)

01.06.2010

In keiner Region Deutschlands verläuft die Entwicklung zur Zeit so stürmisch wie an der Nahe. Aufregende Weine, spektakuläre Qualitäten, charismatische Winzerpersönlichkeiten: Das Weingut von Racknitz gehört sicher dazu!.

Als Luise von Racknitz das wenig bekannte elterliche Weingut Ende der 90er Jahre übernahm, hatte sie noch wenig Ahnung vom Weinmachen. Also studierte sie zunächst einmal Önologie in Geisenheim, und lies sich durch die Mitarbeiter vor Ort in die Geheimnisse der Weinbergbewirtschaftung und der Kellerarbeit einweihen. Damals schämte sie sich noch bei einer vergleichenden Verkostung mit Kommilitonen für die Weine ihrer Eltern. Doch dieses Erlebnis war Anstoss dafür, nun kompromisslos an der Qualitätsschraube zu drehen.

Noch dramatischer die Geschichte ihres Ehemannes Matthias Adams. Der jettete nämlich als Finanzvorstand eines großen deutschen IT-Herstellers jahrelang von Kontinent zu Kontinent. Doch als er seine zukünftige Frau kennen lernte, kam die Kehrtwende: Zurück zur Natur, aus den Metropolen in die Provinz, ins beschauliche Dörfchen Odernheim, das Büro gegen die Arbeit im Weinberg getauscht. Mit welcher Leidenschaft, Passion und Geschick Matthias Adams heute den Außenbetrieb des Weinguts von Racknitz leitet, nötigt mir größten Respekt und Bewunderung ab. Mit Gespür für die Reben und dem Blick und dem Verstand für die Qualitäten der höchst unterschiedlichen Lagen an der Nahe baut er seit Jahren nicht nur sukzessive die Rebfläche aus, sondern verbesert auch die Bodenstruktur.

Das kommt den Weinen zugute. Auch wenn die Kellertechnik in den alten Gebäuden des Weingutes noch etwas archaisch wirkt, gelingt es Luise von Racknitz-Adams als Verantwortliche im Keller mit einer atemberaubenden Präzision, die Unterschiedlichkeit der Lagen in ihren Weinen zum Ausdruck zu bringen. Sie arbeit nur mit den natürlichen, weinbergseigenen Hefen, als Grundlage für die Expression des Terroirs. Die Stilistik der Rieslinge ist so anders als der derzeit gültige, von den deutschen Journalisten so geförderte Mainstream, dass es eine schiere Freude ist, sich mit den Weinen auseinander zu setzen.

Sie strahlen eine Erhabenheit und Ausgewogenheit aus, dass unsere Kunden die Weine bei er ersten Präsentation mit großer Begeisterung aufnahmen. Schon der "einfache" Guts-Riesling zeigt auf eine beeindruckende Art die Stilistik des Weinguts auf.

Die vergleichende Verkostung der beiden "Terroir"-Rieslinge, einmal vom Schieferboden, einmal vom Vulkangestein, ist besser und lehrreicher als eine Vorlesung über Lagenunterschiede. Die Weine können das weit besser erzählen als jeder Dozent!

Und die Lagen-Rieslinge sind eine Klasse für sich. Die Niederhäuser Klamm wölbt sich wie ein Parabolspiegel nach Süden, fängt die Sonne ein und speichert die Wärme. Die 55 Jahre alten Rebstöcke stehen auf Porphyrböden und garantieren eine expressive Mineralität Im Wein. Niederhäuser Klamm - von Racknitz

Die Niederhäuser Herrmannshöhle gilt als eine der besten Riesling-Lagen Deutschlands. Im Gegensatz zur Klamm sind die Böden von grauem Schiefer geprägt. Adern von Porphyr und Melaphyr durchziehen den Schiefer. Die intensive Mineralität verleiht den Rieslingen einen aromatischen Kern, wie er nirgendwo sonst zu finden ist. Die über 50 jährigen Rebstöcke sind jetzt im perfekten Alter, um aus einem großen einen grandiosen Wein werden zu lassen.

Herrmannshöhle - von Racknitz

 

Beide Weine stehen den hochgelobten und bejubelten Spitzenweinen der Star-Winzer in Nichts nach. Was belegt: manch einer wird sich noch die Augen reiben, mit welchem Tempo die rasante Entwicklung des Weinguts von Racknitz voranschreiten wird.

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