Fiese Fliege mit viel Appetit

15.09.2014

Gerade mal drei Millimeter klein ist die „Drosophila Suzuki“ die Kirschessigfliege und sie hat eine Minisäge am Hinterleib mit der sie in den Weinbergen enorme Schäden anrichten kann. Nach dem milden Winter hat sich die aus Asien stammende Kirschessigfliege in Deutschland stark vermehrt und das führt dazu, dass bei den Winzern und Weinbauberatern die Telefone derzeit ständig klingeln. Viele Winzer kennen den fliegenden Schädling kaum und sind dementsprechend stark beunruhigt.

Die fiese Fliege mag besonders dunkles Obst(Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren und rote Trauben), daher auch die Furcht der Winzer die rote Rebsorten anbauen. Aus Italien weiss man, dass Weißweinsorten nicht befallen werden.

Wenn sich der Befall bei den Spätburgundertrauben so entwickelt wie bei frühen Sorten (z.B. Acolon oder Regent) dann gibt es ein Problem. Die Antennen der Winzer sind im Moment ständig ausgefahren um bei einem eventuellen Befall gleich zu reagieren.

Abwarten und nichts tun wäre falsch, die Winzer wollen den Fliegen die Landeplätze vermiesen und deshalb wird entblättert und gegipfelt, das Gras kurz gemäht, denn die Suzuki liebt es nämlich eher schattig.

Seit 2011 gibt es diesen Schädling in Deutschland und anders als die heimische Fruchtfliege die geplatzte Beeren ansteuert greift die Kirschessigfliege auch gesunde Beeren an die noch am Stock hängen. Mit ihrer Minisäge schneidet sie die Fruchthaut auf und legt Eier in die Beeren. Ein Weibchen kann bis zu 400 Eier legen. Bereits nach einem Tag schlüpfen die Larven, denen das Fruchtfleisch dann als Nahrung dient. Innerhalb von 10 bis 14 Tagen entsteht eine neue Generation. So kann bei guten Bedingungen innerhalb von wenigen Wochen aus einem einzigen Schädling eine Meute von über 1 Million werden.

Wünschen wir den Winzern viel Erfolg bei der Bekämpfung dieses agressiven Schädlings.

Text: Renate Krebs

Foto: Region Bozen

« zurück
© Developed by CommerceLab
?>