...and the winner is: Sieger des VIF-Kunstpreises 2014

15.03.2014

Die Rekordbeteiligung an Einsendungen zum VIF-Kunstpreis 2014 stellte die Juroren vor eine anspruchsvolle Aufgabe. Die Qualität der Werke war enorm, was sicher auch an der hohen Zahl von Künstlern mit fachlicher Ausbildung lag. Dieses Jahr kamen alle Einsendungen aus Deutschland, in der überwiegenden Zahl von Frauen erschaffen. Dennoch siegte ein Mann: Der saarländische Künstler Peter Becker gewann mit seiner Zeichnung "Weintrinker mit Kuh" den VIF-Kunstpreis 2014. Herzlichen Glückwunsch!

Die Kunst war ihm wohl in die Wiege gelegt: Als Kind einer künstlerisch versierten Familie wuchs Becker, geboren 1954, in der saarländischen Provinz auf. Dem kleinbürgerlich-ländlichen Umfeld seiner Heimat kehrte er nur für die Jahre seines Studiums der Pädagogik den Rücken. Der Grundstein für sein künstlerisches Schaffen ist da (1977) längst gelegt: Zeichnungen in Blei und Kohle, fotografische Arbeiten und immer wieder Ausflüge in entlegene Gefilde wie Comic-Art und Bildgeschichte lassen schon in den frühen Jahren auf eine gewisse Experimentierfreudigkeit schließen.

Erste kleinere Ausstellungen mit freien Arbeiten und Installationen folgen in den Jahren 1977 bis 1981. Studium an der Fachhochschule Niederrhein, mit dem Schwerpunkt Kunstpädagogik, Studium bei dem Beuys-Schüler Prof. Peter Sommer. Nach dem Studium beginnt für den zertifizierten Diplompädagogen eine bewegte Berufszeit, bis er 1990 seine Tätigkeit in der saarländischen Jugendhilfe antritt.
Trotz des engagierten Berufslebens versiegt die künstlerische Ader nicht. Jährlich entstehen immer noch eine Handvoll mittelgroßer Arbeiten in Acryl, die oft den Weg in den Freundeskreis finden. Die Motive sind meist gegenständlicher Art und entstehen mit Hilfe fotografischer Vorlagen.

Ohne seine Sammelleidenschaft ist Peter Becker nicht vorstellbar. Seine Kunst beginnt mit dem Sehen, Sammeln, Beobachten, Wahrnehmen, Spielen. Er sammelt Kronkorken, alte Zeitschriften und Bücher, gebrauchte Blechdosen, Zigarettenpackungen und abgebrannte Streichhölzer, altertümliche Schreibgeräte, alte Spiel- und Kaugummiautomaten und vieles mehr.

Irgendwann, packt es ihn und dann geht es los. Neben künstlerischer Ausdruckskraft gehören handwerkliches Können, das Spielen mit dem Material aber auch Konsequenz und Disziplin zum Arbeitsprozess. Er fügt das Alte zu einem neuen Ganzen, und gibt dem Alten neue Bedeutung.
Das Ergebnis seines präzisen Hinschauens, sind „Seine Kompositionen". „Seine Kunst: unser aller Herzland, das Königreich des Alltags, die Ästhetik des Gewöhnlichen, die subtilen Motive des Banalen!“

Das Werk "Weintrinker mit Kuh" ist eine 16x16 cm große Farbstiftzeichnung auf Leinwand. Peter Becker, selbst bekennender Genießer, verknüpfte die thematische Vorgabe Wein mit Genuss, den das Weintrinken erzeugt oder erzeugen soll. Wie zeigt man den Genuss? Indem man einen Weintrinker beim zufriedenen Einschenken seines geliebten „Feierabendweines“ zeigt, im Schein der untergehenden Abendsonne (Widerschein des Abendrots am rechten unteren Bildrand) mit fragendem Blick auf eine Kuh (soll die ländliche Verbundenheit und Herkunft der Person dokumentieren), die ihm offensichtlich antwortet. Was gefragt wurde, was geantwortet wird, bleibt dem geneigten Betrachter überlassen.

Die Vorlagen für das Bild sind eine Keramikweinflasche in Form einer männlichen Person, vermutlich Franzose und eine Keramikkuh, die als Milchkännchen gedient hat.

Die Jury überzeugte neben der handwerklichen Perfektion die ungewöhnliche Perspektive und das symbolträchtige Motiv, und besonders die genussvolle Stimmung des Bildes.

« zurück
© Developed by CommerceLab
?>