Die Entdeckung des Jahres: Ein Kleinod namens Valtellina

30.10.2013

Das Valtellina ist ein kleines, schmales Tal in den Alpen, das sich von der Nordspitze des Comer Sees 40 Kilometer nach Osten erstreckt. Dort gibt es Weinbau auf steil terrassierten Terrassen. Die Weine haben uns dermaßen begeistert, dass wir das Weingut Mamete Prevostini NEU in unser Sortiment aufgenommen haben. Ehrliche, authentische, grandiose Weine, fernab der Alltäglichkeit. Für uns die Entdeckung des Jahres!

Das Valtellina ist ein wahres Kleinod in Italiens vielfältiger Weinwelt. In dem schmalen Alpental schmiegen sich die terrassierten Weinberglagen in bis zu 600 m Höhe überwiegend an die Südhänge der Alpen. Tausende von Trockenmauern schützen die Böden vor Erosion: Pittoresker kann eine Weinlandschaft kaum sein! Teilweise müssen die Trauben mit Flaschenzügen ins Tal befördert werden.

Die terrassierten Weinberge von Mamete PrevostiniDort gedeiht erstaunlicherweise die spät reifende Nebbiolo, die im Valtellina Chiavennasca (= die von hier kommt) genannt wird. Während man die Weine der Nebbiolo-Traube eigentlich nur als kraftvolle, mächtige fordernde, und von viel Gerbstoff geprägte Weine aus dem Piemont kennt - in aller erster Linie als Barolo und Barbaresco - zeigt die Nebbiolo im Valtellina ganz andere Stärken. Hier fallen die Weine wesentlich feingliedriger, finessenreicher, subtiler aus als im Piemont.

Die Geschichte von Mamete Prevostini beginnt zwar schon nach Ende des ersten Weltkrieges, als Nonno (= Großvater) Mamete in seiner Grotte Wein aus lokalen Reben kelterte und ihn an das Ristorante Crotasc verkaufte. Noch heute ist das Crotasc eines der besten Spezialitätenrestaurants der Region. Doch erst 1988 begann sein Enkel Mamete, sich ernsthaft und mit hohem Anspruch dem Qualitätsweinbau zu widmen. 1995 erschien sein erster Jahrgang, und seitdem steht Mamete Prevostini für Exzellenz und Spitzenleistungen Valtelliner Weine, die inzwischen weit über den traditionellen Schweizer Markt hinaus Anerkennung und höchstes Lob erfahren.

Drei Weine haben uns schlichtweg begeistert:
Der 2011er Rosso Santarita ist der Einstiegswein, ein Rosso di Valetellina DOC: ideal um die Stilistik von Mamete Prevostini kennen zu lernen. Er wird - man mag es kaum glauben - aus 100% Nebbiolo gekeltert. Nach 5 tägiger Kaltmazeration wird er im Edelstahl vergoren. Unbeeinflusst von Holz entsteht so ein herrlich saftiger, von dunklen Kirschenaromen und Waldfrüchten geprägter Wein, der trotz seiner zunächst etwas verhaltenen Art enorm an Tiefe zulegt, sobald er Luftkontakt im Glas hat. Dann überzeugt der Nebbiolo mit seiner herzhaften Frucht und mit feinen Gerbstoffen.

Mamete PrevostiniDie Steigerung zum Rosso ist ein Valtellina Superiore DOCG, der Grumello 2010. Grumello ist eine Zone in der Gemeinde Montagna, die sich durch Granitverwitterungsböden auszeichnet. Diese verleihen der Nebbiolo-Traube, die zu 100% diesen Wein prägt, ungemein viele mineralische Nuancen. Nach 12-monatigem Ausbau im Holzfass reift er weitere 8 Monate auf der Flasche. Das kommt den ultrafeinen Gerbstoffen zugute, die im Zusammenspiel mit einer filigranen Säurestruktur und der vielschichtigen Mineralität die Weine prägt. Exzellente Finesse, gepaart mit präzisen, sehr feinen und sehr weichen Gerbstoffen zeigen, wie faszinierend Nebbiolo sein kann. Aufhellendes Rubinrot mit granat-farbenen Reflexen, relativ hell. Fein anhaltender Duft von Haselnuss, Brombeeren und schwarzer Johannisbeere. Am Gaumen samtig, sehr harmonisch mit einem Potpourri an roten Früchten, allen voran Erdbeere und Johannisbeere, mit großartiger, äußerst feiner Tanninstruktur, die ihm Rüstzeug für gut zehn Jahre Reife verleihen. Musterhafter Wein!

Doch es gibt noch eine weitere Steigerung: Der 2009er Sommarovina ist ein Sassella Valtellina Superiore DOCG. Die Valtellina Superiore Weine haben aufgrund ihrer Güte eine eigene Klassifikation. Es gibt mehrere Unterzonen, von denen Sassella als beste eingestuft wird. Die Nebbiolo-Trauben aus dieser Zone werden 15 Tage eingemaischt, um maximal Extraktion an Farb- und Gerbstoffen bei gleichzeitiger Bewahrung der Frucht zu erzielen. Der Wein reift 2 Jahre, davon ein Jahr im Fass und ein weiteres in der Flasche. Das glättet die festen Gerbstoffen, die sich so bestens in Frucht und Struktur des vollmundigen, sehr langlebigen Weins integrieren. Das opulente und doch feine Bukett verströmt Aromen von Himbeeren und Rosen, dazu etliche Würznoten. Am Gaumen trocken und warm, mit expressiver Frucht, die im langen Finale von Lakritz- und Mandelnoten aufs Feinste abgerundet wird.

Einziger Wermutstropfen: Die Weine sind erst ab dem 6. November auf Lager. Ursprünglich sollten sie schon Wochen früher da sein, doch die Lese hat Vorrang. Da haben Sie sicher genauso viel Verständnis wie wir.

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