Was für ein Wein!!! Der Henley Shiraz ist gewaltig, großartig, faszinierend!

06.12.2012

Wow! Es gibt Wein-Momente im Leben, die einen nicht loslassen. Die sich fest einbrennen auf der Festplatte, die man nie wieder vergisst, von denen man sein ganzes Leben zehrt. Solch einen Moment zauberte der Henley Shiraz von Geoff Merrill herbei, unerwartet, plötzlich, wie ein Blitzschlag aus heiterem Himmel. Ich war vorbereitet, hatte im Vorfeld viel über ihn erfahren, und auch die Lobpreisungen der internationalen Presse gelesen. Natürlich hatte ich große Erwartungen, und die wurden von diesem Monster bei weitem übertroffen!

Monsterwein ist sicher nicht der richtige Ausdruck, denn ein Monster wirkt zunächst einmal erschreckend - bei aller Faszination, die von ihm ausgeht. Der Henley ist zwar erschreckend gut, aber man muss sich nicht vor ihm fürchten. Nicht einmal vor seinem Preis, denn der ist zwar fast dreistellig, aber ein Geschenk für den Gegenwert an Glückseeligkeit für Geniesser. Ein Wein, der jeden Cent wert ist, eben weil er diese Glücksmomente herbei zu zaubern weiß.

Mein erster Kontakt mit Henley hingegen war ernüchternd: Geoff Merrill hatte mich mal eben so eingeladen zum Mittagessen, wo er seinen Henley gegen ein paar anderer illustrer Shiraz verkosten lassen wollte. Die berühmtesten Syrah-Weine der Welt hatte er organisiert: Penfold's Grange, Henschke's Hill of Grace, Guigals Côte Rôtie, Jaboulets Hermitage La Chapelle, Tahbilk 1860 Vines usw. Leider war ich zu besagtem Termin nicht in Australien, und konnte auch nicht einfach mal soeben vorbeischauen. So entging mir ein leckeres Mittagessen bei Geoff mit spektakulären Weinen.

Zum Glück aber waren ein paar Journalisten dabei, deren elegischen Berichte Geoff mir zukommen ließ. Damit war der Virus in mir drin. Der Virus, diesen raren Henley, der es mit allen genannten Sparrings-Partnern aufnehmen konnte, irgendwann einmal zu verkosten. Und ich war so clever, Geoff doch zu bitten, mir unbesehen ein paar Kistchen zu reservieren.

Jetzt, da diese Kistchen eingetroffen sind, habe ich die Möglichkeit, auch Ihnen die Möglichmachung weiterer Glücksmomente anzubieten. Doch zunächst sollte ich einmal erklären, wie der Henley entstanden ist und was dahinter steckt:

"1996 hatten wir im Keller ein paar außerordentlich gute Fässer", erklärt Geoff Merrill, "von denen wir glaubten, dass wir sie nicht zu unserem Reserve Shiraz geben sollten. Das war die Geburtsstunde für den Henley. Ich habe schon immer die Top-Weine der Rhône bewundert, und mir war klar, dass ich diese nie kopieren kann. Daher ist der Henley auch keine Kopie irgend eines Weines geworden, sondern die beste Expression eines McLaren Vale Shiraz, die ich zu machen in der Lage bin."

So ist es bis heute geblieben: Henley Shiraz gibt es nur in den Top-Jahren, und dann sind es die zehn besten Fässer, die für den Reserve Shiraz vorgesehen waren. Wer den Reserve Shiraz kennt, hat schon eine ungefähre Idee von der Stilistik des Henley. Voll, warm, weich, unglaublich dicht und mit einer Tiefe gesegnet, die berührt. Sechs Jahre bleibt er im Weingut, davon fast vier im Fass. Doch das Holz ist sehr diskret, perfekt eingebunden, nur die Frucht unterstützend und Struktur verleihend. Und das ist das eigentlich Faszinierende an diesem Wein: Alles ist in Balance, nichts ist überladen. Die große Waage auf der Flasche symbolisiert ohnehin die Ausgewogenheit der Weine von Geoff Merrill, und der Henley ist der schönste und bestmögliche Ausdruck, dass ihm dies perfekt gelungen ist.

Kommen wir zum Preis: Was darf ein solcher Wein kosten? Ein Wein, der noch ein Jahr später freigegeben wird als der Grange oder der Hill of Grace. Trotzdem kostet er nur ein Bruchteil von beiden, oder ein Bruchteil all der Weine bei diesem ominösen Mittagessen, an dem ich nicht teilnehmen konnte. Was darf Perfektion in der Flasche kosten? Diese Frage muss sich jeder selbst beantworten!

Wir haben nun gleich zwei Jahrgänge auf Lager: Den 2002er und den 2004er. Beide Weine von finessenreicher Feinheit, Verspieltheit, Eleganz und Tiefe. Der 2002er präsentiert sich im Moment vielleicht einen Tick zugänglicher, der 2004er dürfte aber insgesamt noch etwas besser werden mit weiterer Reife. Mit beiden kann man sich ohnehin Zeit lassen: Sowohl im Keller als auch im Glas zeit sich das gewaltige Alterungspotenzial. Die Jagd auf den jeweils jüngsten Jahrgang kann man beim Henley getrost vergessen!

Damit möglichst viele Geniesser von einem solchen Erlebnis zehren können, geben wir diesen Wein nur limitiert ab.

« zurück
© Developed by CommerceLab
?>