Sommer, Sonne, Vinho Verde

20.06.2012

Endlich ist er da, der 2011er Vinho Verde Arintos der Qunita de Linhares. Nach dem unglaublichen Erfolg des 2010ers war dieser viel zu schnell ausverkauft, auch auf dem Weingut. Nun aber ist diese Durststrecke beendet, und der 2011er Vinho Verde übertrifft sogar noch seinen charmanten Vorgänger in allen Kriterien: in punkto Verspieltheit, Frische, Trinkigkeit und Saftigkeit setzt er neue Maßstäbe!

Die Bezeichnung Vinho Verde - grüner Wein kommt nicht daher, dass die Trauben eines Vinho Verde jung geerntet werden und der Wein meist auch jung - eben grün - getrunken werden sollte. Vielmehr bezeichnet Vinho Verde die Anbauregion, da der Minho, fläschenidentisch mit dem Vinho-Verde-Gebiet, die Region Portugals ist, die aufgrund der Bodenbeschaffenheit und der Niederschlagshäufigkeit als ein einziger grüner Garten bezeichnet werden kann.

Diese kühle Ecke im nordwestlichen Portugal - an das spanische Anbaugebiet Rias Baixas angrenzend - ist wohl die einzige Region der iberischen Halbinsel, in der es möglich ist, solch erfrischende trockene Weine mit niedrigem Alkoholwert und solch einer delikaten Fruchtigkeit zu erzeugen. Ein Hauch von Rest-CO2 verleiht den Weinen einen zusätzlichen Kick Lebhaftigkeit, so dass sie ideale Sommerweine sind. Sie eignen sich hervorragend als Begleiter zu Meeresfrüchten (ich kann mich tatsächlich an keinen einzigen Besuch in einer portugiesischen Marisqueria erinnern, da ich irgend etwas anderes als Vinho Verde getrunken hätte!), Fischgerichten und Muscheln, doch auch zu vegetarischen Gerichten und leichten Vorspeisen sind sie ein Hochgenuss!

Der Vinho Verde Arintos der Quinta de Linhares wird reinsortig aus der Sorte Arintos erzeugt, obwohl insgesamt sieben Sorten für die Erzeugung von weißem Vinho Verde (ja, es gibt auch eine rote Version) zugelassen sind. Die sind (in alphabetischer Reihenfolge): Alvarinho, Arintos (auch Pederña genannt), Avesso, Azal, Batoca, Loureiro und Trajadura. Die Quinta de Linhares erzeugt gleich mehrere rebsortenreine weiße Vinho Verde und auch einige Cuvées. Doch Jahr für Jahr beeindruckt uns der reinsortige Arintos am meisten.

Sein intensiver Duft nach grünem Apfel und frisch gemähtem Gras, etwas Heu und Ginster erfreut die Riechpapillen. Die herrlich saftige Apfelfrucht wirkt ungemein lebendig und frisch, und trotz seiner eher leichten Struktur hinterlässt er am Gaumen einen nachhaltigen Eindruck. Er animiert geradezu zum nächsten Schluck, und dank seines niedrigen Alkoholgehaltes von 12% behält man einen klaren Kopf dabei. ACHTUNG: Neben den trockenen Varianten gibt es auch restsüße weiße Vinho Verde, die weniger seriös und entsprechend billiger sind!

Mein Tipp: Vinho Verde - insbesondere dieser Arintos - verbessert sich sogar noch mit zunehmender Flaschenreife, und schmeckt nicht nur im Sommer, sondern durchgehend bis in den nächsten Sommer des folgenden Jahres!

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