Hervorragender Gavi zu attraktivem Preis

11.11.2011

Als ich zum ersten Mal den Gavi der Tenuta San Pietro verkostete, war ich elektrisiert. Waren mir die Gavi bis dato eher als gefällige, aber wenig aufregende und vor allen Dingen überteuerte Weißweine bekannt, musste ich meine Meinung beim Gavi San Pietro revidieren. Die Folge war eine breit angelegte Vergleichsprobe mit Gavis aller renommierten Erzeuger. In dieser Blindprobe gab es - wie zu erwarten - einen eindeutigen Sieger: Gavi San Pietro!

Da einige der Erzeuger auch einen Lagen-Gavi anstellten, wurden diese natürlich separat verkostet. Und auch diese Blindprobe hatte einen eindeutigen Sieger: Der Gavi Il Mandorlo der Tenuta San Pietro bestach durch eine faszinierende Mineralität bei wunderschön balancierter Struktur, gehaltvoll und schmelzig am Gaumen, mit dem längsten und komplexesten Finale. Das Geheimnis, warum die Weine der Tenuta San Pietro uns so begeisterten war dann schnell gelüftet: Das Zauberwort lautete - mal wieder - biodynamischer Weinbau!

Als der Mailänder Modeunternehmer Corrado Alota 2002 das historische Weingut San Pietro als Rückzugsort erwarb, war hier nahezu alles verwahrlost. Rund 27 Hektar ungepflegtes, verwildertes Land. Nur auf 7 Hektar standen Reben. Schnell wurde aus der Idee, sich vom stressigen Mailänder Berufsalltag  hier zurück zu ziehen, das Vorhaben geboren, die Tradition früherer Tage als einer der besten und führenden Gavi-Erzeuger wiederzubeleben.

Die Tenuta San Pietro befindet sich  auf einem der 300 Meter hoch gelegenen Hügel rund  um Tassarolo, eine der bedeutendsten Gavi-Gemeinden im Piemont. Die umgebenden Waldungen  und Reben betten sich landschaftlich in die Form eines  Amphitheaters und sorgen für ein hervorragendes Mikroklima.

Bestockt sind inzwischen 30 Hektar Rebfläche, hauptsächlich mit Cortese, der Gavi-Traube. Ein kleiner Teil  der Weinberge wurde mit autochthonen, also lokalen Rebsorten wie Albarossa, Barbera und mit der sehr seltenen Rebe Nibio bepflanzt. Einerseits um dieser alten Rebsorte zu neuem Ansehen zu verhelfen, andererseits aber auch vor dem Aussterben zu retten.

Die neu angelegten Rebstöcke werden seit dem Jahr 2006 nach Rudolf Steiners biodynamischen Gesichtspunkten bewirtschaftet.  Sie verleihen der Landschaft ein generöses, naturbelassenes Aussehen. Durch die biodynamische Kultivierung konnte die Qualität der Weine deutlich gesteigert werden. Der Ausbau der Weine findet sehr schonend und naturbelassen mit eigenen Hefekulturen statt. Auch der Einsatz von Schwefel ist auf ein Minimum reduziert.

Das besondere Mikroklima, mit deutlich maritimem Einfluss, lässt auf den stark lehmig-kalkhaltigen Tuffsteinböden unter Einbezug des naturnahen, biodynamischen Anbaus die Produktion von außergewöhnlichen, mineralischen und aromenreichen Weinen  zu.

Kein Wunder also, dass beide Gavi bei der Blindprobe eine solch überzeugende Vorstellung gaben.

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