Neu im Sortiment: Traumhafter Lugana von Montonale

20.05.2016

Es war Liebe auf den ersten Schluck! Als ich Ende letzten Jahres zum ersten Mal den Lugana von Montonale gekostet hatte, war ich nicht nur begeistert, sondern vom ersten Tropfen an fasziniert. Wenn jemand in einem solch schwierigen Jahrgang wie 2014 in Norditalien solch berührende Qualitäten erzeugen kann, wie gut müssen dessen Weine dann in guten Jahren werden? Schnell nahm ich Kontakt auf und besuchte dann dieses Frühjahr mit großen Erwartungen das Weingut Montonale in der Nähe von Pozzolengo, südlich des Gardasees. Dort wurde meine Vermutung bestätigt: Sensationelle Weine im spektakulären Jahrgang 2015.

Lugana ist die letzten Jahre zu einem der beliebtesten Weißweine Italiens geworden. Die Nachfrage ist weit größer als das Angebot, und daher sollte man sehr aufmerksam die Expansionsbemühungen mancher Winzer verfolgen. Neupflanzungen sind überall in der Region zu entdecken, nicht immer mit der gebotenen sorgfältigen Abstimmung auf geeignetes Terroir.

Die Familie Girelli, die Eigentümer des aufstrebenden Weingutes Montonale, haben ihren Betrieb behutsam und mit großem Sachverstand aufgebaut. Die drei Brüder Girelli teilen sich die Verantwortungsbereiche: Valentino kümmert sich um die Weinberge, Roberto ist im Keller verantwortlich und Claudio, der älteste, managt den Betrieb und die Vermarktung. Die klare Aufteilung der Verantwortung setzt sich wie ein roter Faden in allen Details fort.

Familie Girelli: Claudio (links), Roberto und Valentino vor ihren Eltern

Claudio Girelli, seine Brüder Roberto und Valentino (v.l.n.r.) vor ihren Eltern

Klare Linien auch beim Neubau des Weinguts im Jahre 2011: Ein architektonisch ansprechender Bau, dessen Funktionalität im Vordergrund steht. Die Wände sind mit Reisstroh gefüllt, um optimalen klimatischen Schutz mit natürlichen Materialien zu erreichen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach versorgt den Betrieb weitestgehend mit Strom.

Der 2011 errichtete Neubau des Weinguts Montonale, Lugana

Der 2011 errichtete Neubau des Weinguts Montonale, Lugana

Die 22 Hektar Reben liegen auf einer Anhöhe südlich des Gardasees, was gleich zwei Vorteile hat: Zum einen weht hier immer ein Lüftchen, was das Abtrocknen der Beeren fördert und somit Krankheiten vorbeugt, zum anderen bewirkt die Hangneigung eine gute Drainage nach Regenfällen. Die Lese erfolgt ausschließlich per Hand in kleinen Kassetten. Da die Reben in unmittelbarer  Nähe zum Weingut stehen, sind die Transportwege kurz und die Verarbeitung der Trauben schnell. Der Neubau einer Kühlzelle soll in Zukunft für weiter Flexibilität sorgen, um die nachmittags gelesenen Trauben vor der Gärung kühlen zu können.

Die Reben von Montonale mit Blick nach Norden, zum gardasee hin abfallend

Die Reben von Montonale mit Blick nach Norden, zum Gardasee hin abfallend

Dank des Neubaus der Keller im Jahre 2011 ist die Traubenverarbeitung nach modernsten Gesichtspunkten gestaltet. Blintzblank die Böden, viele Tanks - auch in unterschiedlichen Größen - bieten Flexibilität bei der Lese. Holzfässer sucht man vergeblich, der Ausbau der Weine erfolgt ausschließlich in Edelstahl. Ein Gerät zur Mostbehandflung nach dem Osmose-Verfahren wurde aus Sicherheitsgründen angeschafft, und kam erst einmal im jahrgang 2014 zum Einsatz: mit großem Erfolg, denn sonst hätte ich mich kaum in  die gelungenen 2014er so verlieben können.

So schnörkellos und geradlinig wie der Neubau die Philosophie sind auch die Weine: Hervorragende Vertreter des Anbaugebietes, die zu den besten der Region gehören.

Nicht nur der "normale" 2015er Lugana "Montunal" vermag zu begeistern. Denn sein großer Bruder, der 2014er Lugana "Orestilla" wurde erst kürzlich zum besten Lugana gekürt. Und ganz ehrlich: es ist auch der beste Lugana, den ich je getrunken habe. Und ich kenne sie fast alle!

Wunderschön saftig, ehrlich und verspielt der Rosa di Notte!

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Frank Roeder und Montonale

« zurück
© Developed by CommerceLab
?>