NEU bei VIF: Der phantastische Rosé von Miraval

01.09.2016

Château Miraval? Ist das nicht das Promi-Weingut von Angelina Jolie und Brad Pitt? Genau! Aber es ist vor allen Dingen ein Weingut, das exzellenten Rosé de Provence erzeugt, den man nicht wegen des Promi-Faktors haben muss (zumindest nicht die echten Wein-Liebhaber), sondern wegen seiner außergewöhnlichen Qualität. Denn die Macher hinter diesem Projekt sind die Perrins, die mit ihrem Château de Beaucastel zu den Spitzenproduzenten an der südlichen Rhône zählen.

Es geschah im Juni diesen Jahres: Wir waren zu Besuch bei den Perrins auf Château Beaucastel, dieser Ikone für Châteauneuf-du-Pape. Mathieu Perrin kündigte eine kleine Überraschung an, dass wir vor dem Abendessen im familieneigenen Restaurant L'Oustalet in Gigondas (absolut lohnenswert, unbedingt mal hingehen, wenn man in der Region ist!) den Aperitif außerhalb des Ortes zu uns nehmen würden. In seinem Allrad fuhren wir auf Schotterstraßen hinauf in die Berge, wo wir auf der höchst gelegen Parzelle der Perrin'schen Weinberge stoppten.

Im Kofferraum hatte Matthieu körbeweise Leckereien eingepackt. Jeder von uns bewaffnete sich mit einem Korb, wir kletterten auf den höchsten Punkt der Parzelle, wo wir einen grandiosen Blick über nahezu das gesamte Anbaugebiet genießen durften. Dort standen mehrere Barriques, die wir als Tische nutzen konnten. Schnell war Wurst und Schinken, Käse und Oliven, Tomaten und Sardellen ausgepackt, und Matthieu öffnete die Kühltasche. Darin waren einige bestens temperierte Flaschen des Rosé von Château Miraval.

Nun, diesen Wein hatte ich bereits im Frühjahr auf der Prowein verkostet und war recht angetan, aber die mehrmonatige Flaschenreife seit dieser Zeit hat ihm sichtlich gut getan. Um es vorweg zu nehmen: Ich war schlicht begeistert von diesem Wein. Zugegeben, die Stimmung war hervorragend, die Luft würzig, wir genossen die letzten Sonnestrahlen des Tages, die Grillen zirpten ihr abendliches Konzert. Es gibt schlechtere Momente, einem Wein die volle Aufmerksamkeit zu widmen. Unser aufmerksamer Gastgeber Mathieu Perrin hatte das perfekt inszeniert und wusste um die Wirkung dieses spektakulären Ambiente, mit den gezackten Gipfeln der Dentelles im Hintergund war die Szenarie grandios.

Genauso spektakulär präsentierte sich der Rosé von Angelina Jolie und Brad Pitt, der von Perrrin letzten Endes vom ersten Schritt an gemacht wird wie die eigenen Weine, nämlich mit größter Sorgfalt in jedem Detail. Das betörende Bukett spiegelt ein wenig den Provence-Duft der wilden Macchie wieder, Noten von Thymian, Lavendel, wildem Rosmarin, doch die Fruchtaromen von Hagebutte, Zitrusnoten und roten Beeren sind noch ausgeprägter, so dass dieses hoch attraktive Spiel die Nase begeistert.

Am Gaumen dann ein zunächst verhaltener Auftakt wiederum nach roten Früchten, mit schöner Saftigkeit, dann nimmt er aber Fahrt auf und zeigt eine vielschichtig verwobene Mineralität mit einem enormen Zug am Gaumen und spektakulärer Tiefe. Ein kraftvoller Wein, der aber nie schwer wird, sondern leichtfüßig wie eine Ballerina auf der Zunge tanzt, immer Erhabenheit und Eleganz ausstrahlend. Ein Wein, an dem man sich gar nicht satt trinken kann.

Ein Wein wie gemacht für diesen Augenblick. Doch ich bin ein skeptischer Mensch, der weiß, wie schnell wir uns von der Magie eines Augenblickes blenden lassen können. Deshalb habe ich den Wein zuhause in aller Ruhe und ohne jegliche Beeinflussung in steriler Atmosphäre einer Prüfung unterzogen. Und war genauso angetan wie bei meinem Besuch im Juni.

Das ließ nur einen Schluss zu: Völlig ohne Berücksichtigung des Promi-Faktors mussten wir ihn haben. Her damit! Denn Klasse-Weine wollen wir unseren anspruchsvollen Kunden nicht vorenthalten!

Und wer ihn mag, der wird mit der Aufsehen-erregenden Magnumflasche  Eindruck bei seinen Gästen hinterlassen wollen. Ein echter Hingucker!

Text: Frank Roeder MW

 

 

 

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