Ein Jahrhundert Châteauneuf-du-Pape in einer Probe

30.10.2015

Schöne Weinproben haben alle Wein-Interessierten schon mehrfach erlebt. Man hat seinen Spaß daran, erfreut sich an den delikaten Tropfen, und vieles behält man in bester Erinnerung. Unvergesslich sein wird diese Châteauneuf-du-Pape Probe, die eine Retrospektive über mehr als 100 Jahre bot. Zwanzig außergewöhnliche Châteauneuf-du-Pape, Meisterwerke aus den zehn zurück reichenden Dekaden, sorgten bei allen Teilnehmern für grenzenloses Staunen, Begeisterung unvergessliche Wein-Erlebnisse!

Schon die Liste der Weine, darunter auch 100 Punkte-Ikonen, sorgte auf aufgeregte Neugier. Denn unser Freund Norbert hatte unter dem Titel: Unterschätzte Weltklasse folgende Weine ausgewählt:

2007 Châteauneuf-du-Pape, Clos des Papes Avril
2003 Châteauneuf-du-Pape "Cuvée Spéciale", Tardieu-Laurent
2001 Châteauneuf-du-Pape „Hommage a mon père“, Vignobles Jean Royer
2000 Châteauneuf-du-Pape, Château Rayas
1998 Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Reserve“, Vieille Julienne
1995 Châteauneuf-du-Pape „Hommage à Jacques Perrin“, Château Beaucastel
1990 Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Réserve“, Domaine Pégau
1989 Châteauneuf-du-Pape „Cuvée des Cadettes“, Château de La Nerthe
1983 Châteauneuf-du-Pape, Château Beaucastel
1978 Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Réserve“, Domaine de la Janasse
1967 Châteauneuf-du-Pape, Château de La Nerthe
1961 Châteauneuf-du-Pape Cuvée Supérieur, Händler-Abfüllung
1959 Châteauneuf-du-Pape Cuvée Supérieur, Händler-Abfüllung
1949 Châteauneuf-du-Pape, Händler-Abfüllung Dupuy
1947 Châteauneuf-du-Pape „Belle de Roy“, Cave du Val Clos
1947 Châteauneuf-du-Pape, Cru du Beaucastel  Händler-Abfüllung
1945 Châteauneuf-du-Pape, Vedrenne Orluc (Händler-Abfüllung)
1934 Châteauneuf-du-Pape, „Cuvée des Moines“, Albert Bichot
1920 Châteauneuf-du-Pape, Château Fortia
1911 Châteauneuf-du-Pape „Clos papale“, Abbé Mame

Wie immer hat Norbert mit Blick auf die Dramaturgie die Reihenfolge so festgelegt, dass ein spannender Wechsel von Stilistiken und Reifegraden gegeben war.

Los ging es aber erst einmal - quasi als Einstimmung auf einen phantastischen Abend - mit einem Weißwein: 1970er Châteauneuf-du-Pape Blanc "Sélection Reflets" der Domaine de Chante Perdrix, der höchst eindrucksvoll belegte, wie gut auch die weißen Châteauneuf-du-Pape reifen können. Diese Cuvée aus 70% Grenache Blanc und je 10% Clairette, Bourboulenc und Roussanne funkelte mit einer hellen Bernsteinfarbe. In der Nase kamen erst Noten von Honigwaben und Bohnerwachs, zu denen sich dann nach und nach noch Fruchtaromen von Quitten und reifen Mirabellen gesellten. Am Gaumen überraschten dann Sherry-Noten mit deutlichem Alkohol, begleitet von einer herrlich lebhaften, frischen Säure, die ihn knackig und rassig rüberkommen liessen. Maronenpürée, Quittengelee und weiße Champignons wurden von zarten mineralischen Noten begleitet, so dass der Wein vielschichtig mit Spannung blieb. Er gewann sogar mit zunehmender Belüftung, der letzte Schluck war der Beste. Meine persönliche Wertung: 91 Punkte, und damit ein vielversprechender Auftakt!

Der erste Rotwein war der 1978er Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Réserve“ der Domaine de la Janasse. Diese Cuvée wird aber seit vielen Jahren nicht mehr erzeugt. An deren Stelle sind die beiden Cuvées Vieilles Vignes und Cuvée Chaupin getreten. Die Réserve zeigte eine feine, zarte Nase nach Hagebuttengelee mit einem Hauch roter Beeren. Er war leider schon leicht gezehrt und der Kork auch nicht ganz sauber, was sich zunächst an einem leichten Muffton und mit zunehmendem Luftkontakt dann doch in einem klaren Korkton bemerkbar macht. Dennoch konnte man die Rasse und das Spiel gut erkennen. 89 Punkte wegen des Korktons, sonst wären es wohl 93 geworden.

Doch der nächste Wein war dann die erste dicke Überraschung: Der 1959er Châteauneuf-du-Pape Cuvée Supérieur aus einer Händler-Abfüllung kam aus einem großen Jahr, der Füllstand war zwar nicht optimal, gut 4 cm Wein fehlten und er Korken war durchnässt. Dennoch zeigte er eine klare feinfruchtige, rotbeerige Nase und war auch im Geschmack überraschend sauber und präzise ohne Anzeichen von Oxidation. Ein fast schon jung wirkende, delikate, saftige Kirschfrucht zeigte keinerlei Alterungs- oder Firnenoten, ja er zeigte sich lebhaft und wunderschön balanciert. Kein großer Wein, aber ein sehr schöner und delikater Wein. Als No Name Händlerabfüllung (auf dem Etikett konnte mann links die Buchstaben GEDER und links die Buchstaben MERK lesen. Vielleicht kann mir jemand unserer Leser einen Tipp zur Herkunft geben? Wohl verdiente 89 Punkte.

Aus dem gleichen Handelshaus kam auch der 1961 Châteauneuf-du-Pape Cuvée Supérieur. Hier war der Füllstand deutlich besser. Gegenüber dem hellen Granatrot des 1959ers zeigte der 1961er eine wesentlich dichtere, dunklere Farbe. Im Bukett - mit viel junger Beerenfrucht ausgestattet - zeigte sich auch schöne animalische Noten. Am Gaumen folgte ein saftiger Kirschauftakt, mit ordentlich Druck und Zug, aber er war etwas eindimensionaler als der 59er. Die delikate Würze im Finale legt zusammen mit der Farbe den Schluss nahe, dass dies eine komplett andere Cuvée mit einem höheren Syrah-Anteil war. In diesen Zeiten kauften die Händler bei verschiedenen Erzeuger, so dass auch die Cuvées häufig große Unterschiede aufwiesen. Seine schöne Gerbstoffstruktur ließ ihn sich im Glas weiter entwickeln, so dass er an Qualität deutlich gewann. Zunächst hätte ich ihm nur 88 Punkte gegeben, aber dann wurde er von Minute zu Minute besser und ich musste mich auf 91 Punkte korrigieren.

Es folgte eines der großen Highlights der Probe: Der 1967er Châteauneuf-du-Pape vom Château de La Nerthe begeisterte alle Teilnehmer mit einem spektakulären Bukett nach Wildfleisch, Tabak und Preißelbeeren, das mit seiner Tiefe und Vielschichtigkeit die Größe des Weines ankündigte. Ein grandioser Auftakt mit viel saftiger Frucht (dunkle Kirschen, Cranberries) und zarten Schokonoten brachte viel Druck am Gaumen. Er ist wunderbar gereift und jetzt perfekt zu trinken, um nicht zu sagen auf seinem Genuss-Höhepunkt angekommen. Mit toller Balance und Power bleib er endlos lang am Gaumen und zeigte viel Terroir mit mineralischen Noten. Ein klassischer, großer Châteauneuf! 96 Punkte.

Ab einem gewissen Alter gibt es keine guten oder schlechten Weine mehr, sondern nur noch gute oder schlechte Flaschen. Eine solche hatten wir leider mit dem 1949 Châteauneuf-du-Pape vom Händler  Dupuy erwischt. Norbert hatte aus gleicher Quelle diesen Wein schon in Bestform erlebt und war entsprechend enttäuscht, denn der Wein war deutlich gezehrt, im Duft schon Geraniennoten zeigend, was schon auf Friedhof hindeutet. Auch am Gaumen mit deutlichen Alterunsgnoten, auch wenn noch etwas Schoo und Würze hinter der rassigen Säure erkennbar waren. Das Tannin war noch erstaunlich präsent und sorgte sogar für einen gewissen Druck, aber das alkoholisch geprägte Finale ohne Substanz zeigte, dass der Wein seinen Zenit schon lange überschritten hatte. 85 Punkte

Der 1947 Châteauneuf-du-Pape „Belle de Roy“ von der  Cave du Val Clos hätte eigentlich super sein müssen, denn er wurde alle 15 Jahre mit dem gleichen Wein aufgefüllt, neu verkorkt und verwachst. Doch ausgerechnet unsere Flasche hatte einen Korkschmecker, der die erkennbare Größe und Wuchtigkeit des Weines so sher überlagerte, dass er keine Wertung erhielt.

Raritätenprobe Châteauneuf-du-Pape 2015

 

Nach dieser Enttäuschung mussten wir uns etwas Gutes tun, und da kam der 1989er Châteauneuf-du-Pape „Cuvée des Cadettes“ von Château de La Nerthe gerade recht. Er begeisterte mit intensiver dunkelbeeriger Frucht im Buektt, das zudem mit Noten von Tabak und Sandelholz glänzte. Ein sehr kompakter, stoffiger Auftakt konzentrierter dunkelbeeriger Frucht mit enormer Würze verwöhnte den Gaumen. Der deutliche Holzeinsatz zeigte die Modernität seiner Stilistik. La Nerthe ist ja eines der größten Güter in Châteauneuf, das es trotz seiner Größe aber immer wieder schafft, höchst individuelle Weine von großer Klasse zu erzeugen. Die 1989er Spitzen-Cuvée des cadettes erhielt von mir 93 Punkte.

Ein Hammerwein dann der 1990 Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Réserve“ der Domaine Pégau: Im Duft zunächst einmal Malaga-Rosinen, denen sehr fleischige und erdige Noten folgten. Am Gaumen ein kraftvoller und hoch konzentrierter Auftakt reifer rotbeeriger und rosiniger Frucht, mit viel Power und Druck, zwar etwas alkoholisch wirkend, aber dank einer lebhaften frischen Säure dennoch gut balanciert. Viel pfeffrige Würznoten, viel Fleisch am fulminanten Gerüst. Ein Wein aus einem sehr warmen Jahrgang, der uns alle verzückte. 96 Punkte.

Der 1983er Châteauneuf-du-Pape von Château Beaucastel war für mich einer meiner Lieblinge der gesamten Probe: Seine phantastische Nase war zwar deutlich geprägt von Brettanomyces, die ihm viel Sattel-geruch bescherte, aber gerade so viel, dass es im Zusammenspiel mit der reifen Beerenfrucht und floralen Noten eine großartige Harmonie ergab. Der Auftakt am gaumen war einerseits kompakt, aber gleichzeitig auch von Finesse geprägt, mit filigraner Frucht und komplexen Terroirnoten glänzend. Ein herrlich vielschichtiger Wein von großer Eleganz im besten Sinne traditionell. Wunderschön! 95 Punkte.

Im direkten Vergleich zeigte die 1995er „Hommage à Jacques Perrin“ von Château Beaucastel nochmals eine Steigerung zu dem 1983er normalen Châteauneuf. Die Hommage mit ihrem hohen Anteil Mourvèdre (60%) wurde erstmals 1989 produziert und gilt spätestens seit der 100 Punkte -Wertung für den 1990er als einer der berühmtesten Weine. Die 95er Hommage  zeigte ein sehr fleischiges Bukett mit brotigen Noten, unterlegt von schwarze Oliven, Pfeffer und Wildbret. Der sher saftige und fleischige Auftakt begann mit serh viel Biss, sowohl vom Tannin als auch von der Säure, bare die Tannine waren sehr feinkörnig und waren bestens integriert. Trotz seiner Intensität war der Wein filigran und verspielt, sein attraktives Säurespiel war einfach sensationell. Zarte Pilznoten im endlos langen Finale machten einen Riesen-Spaß. 96 Punkte

Der dritte Beaucastel war ein 1947er Châteauneuf-du-Pape, Cru du Beaucastel aus einer Händler-Abfüllung namens Les Successeurs de Gabriel Tramier. Vermutlich hat Beaucastel damals auch noch offen Wein verkauft. Die Farbe nach mahagoni ließ schon nichts Gutes erahnen, und auch im Bukett zeigten sich deutliche Oxidationsnoten, Geranien, aber auch süßliche Malaga-Rosinen. Am Gaumen war er durchaus noch genießbar, die leicht rosiigen und madeiriserten Noten prägten das Geschmacksbild. Druckvoll am Gaumen, aber nicht wirklich balanciert und alkoholisch aufdringlich. Leider keine gute Flaschen eines sicher einmal beeindruckenden Weines 89 Punkte.

Nach diesem 1947er bot sich dann an, weiter zu machen mit noch älteren Jahrgängen: Der 1945er Châteauneuf-du-Pape von Vedrenne Orluc, eine Händler-Abfüllung, zeigte ein aufregendes Tabak-/Fleischbukett, allerdings deutlich gezehrt. Mit sehr viel Tiefe und Textur war er präsent und lebhaft am Gaumen. Sicher hatte er seinen Höhepunkt schon hinter sich, glänzte aber immer noch mit süßlichem Extrakt und einer rassigen Säure. Das endlos lange Finale bereitete immer noch großes Trinkvergnügen. 92 Punkte

Der 1934er Châteauneuf-du-Pape, „Cuvée des Moines“ von Albert Bichot stammte aus dem besten Jahr seiner Dekade, hatte aber einen deutlichen Essigstich und war nicht mehr genießbar.

1911 und 1918 waren die beiden größten Jahrgänge der zweiten Dekade, und wir hatten wegen der Erfahrung mit dem 1934 nur wenig Hoffnung auf ein Wein-Erlebnis. Der 1911er Châteauneuf-du-Pape „Clos papale“ von Abbé Mame sollte uns eines besseren belehren: Er sah zwar mit seiner bräunlichen Frabe und viel ausgeflocktem Depot nicht attraktive aus, doch sein Bukett mit einer leicht medizinischen Note öffnete sich alsbald mit einer erstaunlich jung wirkenden Nase von Tabak, Leder, etwas Sattel, aber auch Rosinen, Hagebutte und Bergamotte. Hossah, die Waldfee! Was für ein Spektakel! Mit grandioser Struktur und viel süßlichem Extrakt umspielte er den Gaumen, hatte gar noch einen zarten Tanninbiss. Das herrliche und sehr lange Finale war geprägt von einer spektakulären Tiefe und Finesse. Welch ein Wein-Erlebnis! 94 Punkte für einen 104 Jahre alten Wein!

Raritätenprobe Châteauneuf-du-Pape 2015

 

 

Und die Höhepunkte sollten erst noch kommen!

Wein Nummer 16 war ein 2001er Châteauneuf-du-Pape „Hommage a mon père“ von Vignobles Jean Royer aus 120 Jahre alten Rebstöcken. Er zeigte im Bukett eine sehr fleischige Note mit deutlichem Brettanomyces-Einfluss, dazu weißer Pfeffer, Oliven-Tapenade und eine leicht überreife Frucht vn enormer Tiefe. Auch am Gaumen diese leicht überreife Beerenfrucht, begleitet von viel Tannin, auf eine etwas rustikale und dennoch sympathische Art biss er sich am gaumen fest und zeigte zusätzlich exotische Frucht, dunkle Kirschen und Cranberries. Ein zupackender Wein, dessen Stärke die Tiefe und Kraft war, wie sie eben nur von alten Rebstöcken kommen kann. 93 Punkte

Am sehr modernen 2003 Châteauneuf-du-Pape "Cuvée Spéciale" von Tardieu-Laurent schieden sich die Geister. Sehr konzentriert mit perfekt gereifter Frucht und viel Holzeinsatz (obwohl nur ältere Fässer verwendet wurden) zeigte der Wein eher eine Übersee-Stilistik. Sein warmer Alkohol mit dieser enormen Fruchtigkeit von dunklen Beeren hätte ihn meines Erachtens auch aus Paso Robles (Kalifornien) kommen lassen können. Irgendwie war dieser Wein für mich übertrieben und hatte von allem zuviel: Zuviel Frucht, zuviel Alkohol, zuviel Reife, zuviel Konzentration, zuviel Fülle, zuviel Holz, zuviel Tannin. Sicher beeindruckend, aber nicht mein bevorzugter Stil. Wegen seiner Power 95 Punkte.

Etwas ratlos ließ mich der 1998er Châteauneuf-du-Pape „Cuvée Reserve“ von Vieille Julienne, trotz seiner phantastischen Nase nach perfekt gereifter Kirschfrucht mit zarten Vanillenoten. Aber er war mir mit seinen cremigen und laktischen Noten (Joghurt). Sein Tanningerüst wirkte anstrengend, aber er zeigte große Tiefe und enorme Fülle, war konzentriert und modern, in seiner Dichte und Extraktsüße fast schon likörartig. Der Auftakt und auch in der Mitte höchst überzeugend, aber im kurzen Finale deutlich schwächelnd. 92 Punkte

Ein weiterer Höhepunkt dann der 2007er Châteauneuf-du-Pape von Clos des Papes. Paul-Vincent Avril ist mit diesem Wein der große Wurf gelungen: Seine hoch-elegante Nase von perfekt gereifter Kirschfrucht zeigte Tiefe und Rasse. Ein großer und mächtiger Wein, der noch nicht so ganz seine Balance gefunden hat: Der Alkohol war noch etwas vordergründig, aber er wird einmal richtig gut. Einziges Manko: Zu jung! Er strahlt eine innere Erhabenheit aus, enorm viel süßliches Extrakt schwebt in Balance mit einer vibrierenden Säure. Endlos lang im großartigen Finale. Ich bin höchst kritisch und verleihe nur 99 Punkte, bin mir aber sicher, dass er auf seinem Höhepunkt in vielleicht zehn Jahren oder noch später die 100 Punkte erhalten könnte. Ein Wein-Monument!

Raritätenprobe Châteauneuf-du-Pape 2015

Ehre, wem Ehre gebürt: Zum Abschluss folgte der 2000er Châteauneuf-du-Pape von Château Rayas. Aus 100% Grenache präsentiert er sich so gänzlich anders als seine Kollegen, eigenständig, und doch klar als Châteauneuf: Seine sehr feine Sauerkirschnase zeigt auch Noten von Aprikose. Trotz seines hohen Alkohols von 15,2% wirkt er unglaublich fein und ziseliert mit feinstem Säurespiel, ja er wirkt fast schon burgundisch. Zum wuchtigen Clos des Papes wirkt er hoch elegant. Ein grandioser Wein, der meine bevorzugte Stilistik von Finesse und Eleganz aufs beste widerspiegelt. Ich bin verzückt und im siebten Wein-Himmel. Göttlich! 97 Punkte

Alles in allem also eine einzigartige, sensationelle, spektakuläre Probe, die uns die unterschiedlichsten Stilistiken im Châteauneuf aufgezeigt hat. Das Reife- und Alterungspotenzial dieser Weine ist umwerfend gut. Atemberaubende Wein-Schönheiten mit großer Würde und Erhabenheit konnten sich genauso präsentabel zeigen wie konzentrierte Power-Weine modernster Art.

Kein Wein war anstrengend. Dass bei dem biblischen Alter einige Weine nicht perfekt sein würden, war zu erwarten, aber dass nur wenige ganz hinüber waren hat uns alle erstaunt und sehr erfreut. Ganz großes Kino mit unvergesslichen Weinen.

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Lothar Bennoit

 

 

 

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