Gewürztraminer - ein Klassiker

13.06.2019

Moden kommen, Moden gehen, Klassiker bleiben! Nur wenige Produkte schaffen es, dauerhaft im Gedächtnis der Konsumenten haften zu bleiben und so zum Klassiker zu werden. Voraussetzungen sind herausragende Qualität, ein positives Image und limitierte Verfügbarkeit. Das funktioniert bei Wein genauso wie bei anderen Produktkategorien.

Ein solcher Klassiker ist Gewürztraminer. Obwohl schon seit längerem nicht mit hoher Nachfrage gesegnet, genießt er weiterhin hohe Anerkennung und darf sich besonderer Wertschätzung passionierter Weinliebhaber erfreuen.

Er ist mit seiner rosaschaligen Traube die bei weitem häufigste Spielart des Traminers, aus der besonders pikante, körperreiche und sehr leicht zu erkennende Weißweine entstehen. Meist lässt sie sich schon am intensiven, nach Rosen duftenden Bukett identifizieren. Ihre tiefe Farbe, das opulente Aroma und ihr voller Körper haben allerdings oft den Fehler, dass zu viel des Guten zusammenkommt und der Weinliebhaber schnell übersättigt ist.

Die Beeren des Gewürztraminers färben sich

Die Beeren des Gewürztraminers färben sich

Vom Hochgenuss zum Überdruss ist oft nur ein kleiner Schritt. So sind viele Gewürztraminer belanglos, doch die feinsten Exemplare – egal ob trocken oder restsüß – sind außergewöhnlich komplexe, seriöse und recht langlebige Weine mit grandioser Balance.

Gewürztraminer wird unter verschiedenen Synonymen wie etwa Roter Traminer oder Traminer aromatico nahezu überall auf der Welt angebaut mit bedeutenden Flächen in Australien, USA, Chile und vielen Ländern Osteuropas. In Deutschland wird sie besonders in Baden und Pfalz gepflegt. Doch nirgendwo wird sie so stark kultiviert wie in Frankreich. Besonders im Elsass ist sie trotz ihrer italienischen Herkunft zum Symbol der ganzen Region geworden, denn von dort kommen die schönsten und besten Exemplare.

Trockene Gewurztraminer (in Frankreich ohne Umlaut geschrieben) sind robuste Weine, die sehr gut gehaltvolle Gerichte begleiten können, wie etwa Terrinen und Pasteten, Aufläufe oder Kartoffelgerichte. Auch zu asiatischen oder nordafrikanischen Speisen kann er ein großes Vergnügen sein, wie etwa der Gewurztraminer Classic von Famille Hugel, einem der großen Protagonisten dieser Rebsorte.

Gewurztraminer mit Restsüße stammen meist von spät gelesenen Trauben (Vendanges Tardives). Der Gewurztraminer Estate von Hugel ist ein grandioser, klassischer Gewürztraminer voller Opulenz und Eleganz, mit expressivem und unglaublich reintönigem Bukett mit Noten von Maracuja, Passionsfrucht, Haselnüssen, Banane, Rosenholz und Gewürzbasar. Vollmundiger Auftakt voller Schmelz und Cremigkeit, dezenter Süße, Klarheit und Reinheit. Trotz verschwenderischer Fülle wirkt er nicht überladen, sondern zeigt Feinheit und Eleganz. Jetzt schon ein Hochgenuss, besonders zu Gänseleber (Foie gras), kräftigem Käse und Kuchen.

Die allergrößten und am meisten gefeierten Gewurztraminer sind Beerenauslesen oder Trockenbeerenauslesen wie der Gewurztraminer Selection des Grains Nobles „S“ von Hugel. Ein Wein-Monument von erhabener Größe: Aus von Edelfäule (Botrytis) befallenen, trocken eingeschrumpften Beeren, die Beere für Beere gelesen werden, entsteht dieser edelsüße Wein, der zur Spitzenklasse der größten Weine Frankreichs zählt. Das "S" im Namen steht für die höchste Stufe der Selektion. Die Frucht stammt von den ältesten Reben inmitten der Grand Cru Lage Sporen. Ein Wein von großer Opulenz, seine unaufdringliche Süße wird bestens balanciert durch eine lebhafte reife Säure. Am Gaumen samtig, weich, mit Schmelz und Kraft, betörender Fülle und erregender Komplexität. Endlos lang nachschmeckend, dabei vielschichtig immer neue Nuancen aufweisend. Ein wahrer Nektar von quasi unbegrenzter Haltbarkeit, wie er nur in Ausnahmejahren entsteht. Für Momente der Glückseligkeit!

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