Renate Krebs, Inhaberin des VIF Weinladens am Marktplatz 4 in
Bad Schönborn und seit 1999 Partnerin von VIF Weinhandel, stellt heute
einen ihrer Lieblingsweine vor: "Der deutsche Winter hat uns fest im Griff. Sehnen auch Sie sich nach ein bisschen Wärme? Dann sollten Sie den Petalos 2007 probieren und Sie werden die spanische Sonne schmecken!"
Der Petalos wird aus der autochthonen Rebsorte Mencia gekeltert. Sie wurde von 600 Jahren von französischen Mönchen eingeführt, die entlang des Jakobsweges Klöster im Bierzo gründeten. Das Bierzo ist ein kleines und hierzulande noch relativ unbekanntes Weinbaugebiet im Nordwesten Spaniens, die ich allen ans Herz lege, die die spanische Weinlandschaft einmal von einer anderen Seite kennenlernen wollen.
Álvaro Palacios, einer der Großmeister des spanischen
Weinbaus, machte sich Mitte der neunziger Jahre zusammen mit seinem Neffen
Ricardo Pérez daran, in der alten, damals aber fast vergessenen Region Bierzo
im Nordwesten Spaniens einen geeigneten Standort für ein neues Weinprojekt zu
suchen. Gemeinsam bauten die beiden eine Kellerei auf und nannten Sie zu Ehren
von José, dem verstorbenen Vater von Alvaro, „Descendientes de J. Palacios“.
Das Weingut wird biodynamisch bewirtschaftet. Die beiden setzten mit ihrem Qualitätsfanatismus in den
vergangenen Jahren wichtige Impulse für die nur 6.000 Hektar kleine Region. Sie sammelten Parzelle für Parzelle in den 20 verschiedenen Dörfern des
Bierzo zusammen und vereinten so das Lagenmosaik - 35 Hektar auf 250 kleine
Einzelparzellen verteilt -, das für den Petalos die unvergleichlich komplexen
Trauben liefert. Die Schieferböden bilden das perfekte Terroir für die
einzigartige Mencia-Rebe.
Das gemäßigte Klima ist atlantisch beeinflusst und daher kühler
als etwa die Rioja. Große Regenmengen im Winter sorgen für ausreichende
Feuchtigkeit, mediterran heiße Sommer lassen die Trauben zuverlässig ausreifen,
ohne überreif zu werden. Wenn Sie keine überholzten, marmeladigen Weine mögen –
dann sind Sie hier richtig.
Die Reben wachsen in hoch gelegenen
Hanglagen und sind über 40 Jahre alt. Die Mencia wird für vier Monate im
kleinen Holzfass ausgebaut und ergibt einen warmen, üppigen Wein, der jedoch
trotz seiner Kraft nie schwer wirkt.
Der Petalos fließt kraftvoll,
fast undurchsichtig mit tiefem Purpurrot ins Glas. In der Nase rieche ich
dunkle, reife Brombeeren und Heidelbeeren, die mich an den Sommer erinnern, auch
eine Spur von Kakao und von Veilchen strömt aus dem Glas. Am Gaumen dann sehr
komplex mit mundfüllender Frucht von
großer Geschmeidigkeit. Ein langer, seidiger Nachhall, der mich vollkommen
zufrieden stellt. Ein sehr tiefgründiger, vielschichtiger Wein, mit dem ich
einen ganzen Abend verbringen kann, denn er entwickelt im Verlauf der Stunden
immer wieder neue Aspekte, beispielsweise, wenn die anfängliche Fruchtigkeit
mit der Zeit mehr und mehr durch rauchige, mineralische und würzige Aromen
ergänzt wird – ein Tropfen der einem im Gedächtnis bleibt.
Der Petalos ist übrigens auch ein vorzüglicher Speisenbegleiter:
Probieren Sie ihn zu einem Hirschrücken mit Steinpilznudeln, einem mit Thymian
gewürzten Lammbraten, aber auch einem reiferen Ziegenkäse oder einem
aromatischen Hartkäse, zum Beispiel einem Gruyère.
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