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Riesling Unplugged 2015 trockenWeingut Tesch - Nahe

Riesling Unplugged 2015
trocken
Weingut Tesch - Nahe

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Deep Blue 2015 trockenWeingut Tesch - Nahe

Deep Blue 2015
trocken
Weingut Tesch - Nahe

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Rock 'n Riesling: Die Weine von Tesch sind NEU bei VIF!

11.08.2016

Gänsehaut pur! Wir sitzen im Büro von Martin Tesch und haben gerade den DEEP BLUE verkostet. Dicke Gänsehaut bildet sich auf meinen Armen, im Nacken, eiskalt läuft es mir den Rücken runter. Das geschieht automatisch immer dann, wenn ich einen sensationellen Wein verkoste, der mich packt, der mich berührt, der mich bewegt. Der DEEP BLUE ist solch ein Wein, ein Wein außerhalb normaler Kategorien. Martin Tesch bezeichnet ihn als Weißwein, was die Sache vielleicht noch am besten trifft. Denn weiß ist er nicht, eher roséfarben mit einem Hauch bläulichem Schimmer. Kein Rosé und kein Blanc de Noirs.

Martin Tesch steht auf und geht an ein Regal, aus dem er eine Art Einmachglas nimmt, den Deckel aufschraubt, und sich den Inhalt auf die Handfläche schüttet: Haifischzähne, versteinert, die er immer wieder in dem Weinberg findet, in dem die Spätburgunder-Reben für seinen Deep Blue wachsen. "Wo sich vor etwa 30 Mio. Jahren Haie tummelten, stehen heute unsere Spätburgunder-Reben. Sie bilden die Grundlage für diesen besonderen Weisswein, der in keine Schublade passt", erklärt er uns.

DEEP BLUE ist gehaltvoll aber nicht schwer. Extrem komplex und dicht, aber nicht aufkonzentriert. Kompakt und doch unglaublich filigran. Er balanciert geschickt mit feinen Gerbstoffen, Mineralität und Frucht. Im Abgang glänzt er mit trockener, burgundertypischen Geschmeidigkeit. DEEP BLUE ist ein famoser Essensbegleiter und passt ausgezeichnet zu Fisch und Meeresfrüchten. Und dennoch ist er auch ein animierender Terrassenwein, der geradezu anregt, sich mit den Mit-Trinkern über ihn zu unterhalten. Oder ein intelligenter Meditationswein, der die intellektuelle Auseinandersetzung sucht, sie fördert, der viel verlangt aber auch viel gibt. Wie kriegt der Tesch das hin?

Seine Weine sind puristisch, konzentrieren sich auf das Wesentliche. Sie sind ungeschminkt, keine Restsüße verschleiert den Charakter. Radikal anders, gegen den Trend. Das war zu Beginn seiner Karriere in den ersten Jahren eine Riesen-Herausforderung - für ihn und die angestammten Tesch-Kunden. Viele wandten sich ab, kehrten dem Weingut den Rücken, erklärten den Winzer für verrückt. Er beschränkte sich auf nur drei Rebsorten, die Weine lässt er komplett durchgären. Er baut eine völlig neue Kommunikation zu neuen Zielgruppen auf.

Martin Tesch hat während der Umstellung des Familienweingutes eine harte Zeit durchlebt, ist sich aber selbst treu geblieben und hat seine Linie konsequent weiter verfolgt und weiter entwickelt. Ein Riesen-Erfolg! Dazu gehörte auch etwas Glück: Zum Beispiel dass die Rock-Band "Die Toten Hosen" Spaß an seinem Wein und seiner Kommunikation fanden, und sich selbst einen Wein gestalten ließen (Weißes Rauschen). Oder dass der Gitarren-Hersteller Gibson mit Tesch eine "Rolling-Riesling-Show" quer durch Deutschland veranstaltete. Martin Tesch: Geradlinig querdenkend, konsequent kompromisslos, klare Kommunikation.

Das Familienlogo behält er bei: Nach wie vor ziert das Gründerfoto die Etiketten. Grundlage für die Qualität der Weine ist die Arbeit im Weinberg: Umweltschonender Weinbau, aufwendigste Pflege der Weinberge und Ernte der Trauben für die Weingutsweine von Hand sind für Tesch eine Selbstverständlichkeit.

Gut verständlich die Qualitätspyramide: Drei Einstiegsweine in der Literflasche begeistern die Kunden und zeigen das hohe Qualitätsniveau des Betriebes. Seine beiden Konzept-Weine "Riesling Unplugged" und "Deep Blue" haben inzwischen Kult-Status erreicht. An der Spitze der Kollektion stehen die Rieslinge aus den Einzellagen. Die besten Weine des Gutes sind leuchtend bunt gekennzeichnet. Jede Farbe steht für einen anderen Boden. Purer, unverfälschter Riesling-Genuss mit expressivem Terroir-Ausdruck. Genial einfaches Konzept - genial gut umgesetzt. Chapeau, Herr Tesch!

Der Riesling Unplugged steht exemplarisch für die Tesch'che Idee: Der Begriff Unplugged steht in der Rock- und Popmusik für musikalische Darbietungen im kleinen Rahmen, die es dem Interpreten erlauben, sein Publikum in sehr persönlicher Atmosphäre direkt zu erreichen. Ohne elektronische Verstärkung und technische Verzerrung können sich die Musiker unverfälscht und ungezwungen entfalten. Das Prinzip Unplugged steht im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und der Massenprodukte für die Besinnung auf handwerkliche Fähigkeiten und für die Erkenntnis, dass nicht jede Innovation und jeder Trend die Musik automatisch besser macht.

Martin Tesch hat diese Idee auf sein Thema, den Riesling, übertragen. Ein feines Säurenetz umspielt die volle Rieslingfrucht dieses Weins, der nach weißfleischigen Pfirsichen duftet. Im Mund angenehm spritzig, geschliffen und leicht in seiner Erscheinung, dabei sehr trocken im Stil. Kein Süße-Schwänzchen maskiert die Mineralität. Ungeschminkt, glasklare Aromen, faszinierend präzise. Auch ohne Verstärker kann man rocken. Unplugged, Konzentration auf das Wesentliche. Gross!

Text: Frank Roeder MW

 

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