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Aus Weingut Dr. Siemens wird Weingut Würtzberg

23.06.2017

Im Sommer 2016 hat Jochen Siemens sein Weingut an der Saar verkauft. Neuer Eigentümer ist die aus Saarburg stammende Familie Heimes. Sohn Felix hat in Geisenheim Önologie studiert und freut sich riesig auf die neue Herausforderung, an der Saar mit ihren Schiefer-Steillagen spannende Weine zu erzeugen. Damit der Übergang möglichst reibungslos vonstatten geht, betreut der bisherige Kellermeister Franz Lenz auch die nächsten Jahre die Weinwerdung. Da mit dem Eigentümerwechsel der Name geändert werden musste, hat sich Familie Heimes für den ursprünglichen Namen des Weinguts entschieden. Vom Weingut Würtzberg sind nun die 2016er Weine erhältlich: Freuen Sie sich auf großartige Weine!

Eine gute Botschaft: Die beliebten und hoch geschätzten Weine von Dr. Siemens wird es unter dem neuen Namen Würtzberg auch weiterhin geben. Ob Auxerrois, Pinot Blanc, Pinot Blanc "R", Blanc de Noir oder Riesling Scivaro, sie bleiben alle erhalten und ändern sich stilistisch nicht. Warum auch? Lage, Terroir, Rebsorten und Klima ändern sich ja auch nicht, und der Kellermeister ist der gleiche! Dennoch sind die Weine eine feine Spur anders. Sie wirken präziser, akzentuierter, persönlicher und ausdruckstärker. Ob das nur an dem phänomenalen Jahrgang liegt?

Tatsächlich ist der Jahrgang an der Saar und speziell im Weingut Würtzberg ein hervorragender. Er begann zwar schwierig, mit viel Regen, Feuchtigkeit und Wärme im Mai/Juni mit entsprechendem Peronospora-Befall. Das reduzierte die Erträge enorm, rund 30% Verlust waren die Folge. Aber das, was noch hängen blieb, konnte perfekt ausreifen und hoch gesund gelesen werden. Der sonnenreiche und trockene Herbst machte das möglich. So entstanden konzentrierte und aromenreiche Weine von unglaublicher Präzision.

Das Team vom Weingut Würtzberg

Das Team um Familie Heimes (rechts im Bild Herr Heimes) hat also alles richtig gemacht! Mit Günter Thies (im Foto links) wurde ein ausgewiesener Fachmann als Gutsverwalter eingestellt. Günter Thies leitete bis 2016 das Weingut Elephant Hill in Neuseeland (ebenfalls bei VIF) und hat sich davor bei Schloss Schönborn und Schloss Vollrads im Rheingau mit Riesling einen hervorragenden Ruf erarbeitet.

Felix Heimes - die Zukunft die Weinguts Würtzberg

Felix Heimes (im Foto oben) ist also die Zukuft die Weinguts Würtzberg. Er konnte mit dem Jahrgang 2016 schon erste Erfahrungen sammeln, war anschließend zu einem Praktikum in Neuseeland und wird voraussichlich im Februar 2018 sein Studium der Önologie beenden. Der sympathische Jungwinzer bleibt bescheiden: "Ich muss noch viel lernen, aber mit Kellermeister Franz Lenz habe ich einen ausgezeichneten Lehrmeister!" Er fühlt sich an der Saar offensichtlich wohl. Geplant sind nach dem Studium noch das eine oder andere Praktikum auf Spitzenweingütern.

Die beiden Schiefer-Steillagen Herrenberg und Würtzberg, die komplett zum Weingut Würtzberg gehören, sieht er als hervorragende Basis für die Weiter-Entwicklung. Entsprechend wurden schon mit dem ersten Jahrgang 2016 neue Akzente gesetzt. Zwar gibt es auch weiterhin die beiden Riesling Kabinette Terra Saar und Alte Kupp, doch die werden jetzt mit mehr Lagen-Charakter versehen: Der Riesling Terra Saar ist nun der trockene Kabinett, der reinsortig aus dem Herrenberg stammt, während der Riesling Alte Kupp (aus dem Filet-Stück dieser faszinierenden Lage) nun als feinherber Kabinett reinsortig aus dem Würtzberg kommt. Das hat beide Weine im Profil geschärft, und ich darf Ihnen versprechen: Nie waren sie so gut wie heute!

Blick auf die Schiefer-Steillage Herrenberg

 Blick auf die Schiefer-Steillage Herrenberg

Noch stärker kommt der Lagen-Charakter in den beiden Lagenweinen Blauschiefer und Rotschiefer zum Ausdruck: Für beide Weine wurden die Trauben später gelesen und streng selektioniert. Das Ergebnis ist mehr als überzeugend: Der Riesling Blauschiefer aus dem Herrenberg zeigt ein verführerisches Bukett von Gesteinsnoten, weißen Blüten und Pfirsich. Seine expressive Pfirsichfrucht findet sich am Gaumen in wunderbarer Balance mit dem Süße- und Säurespiel, das von feinen mineralischen Noten akzentuiert wird. Wunderbar mineralisch geprägtes und hoch delikates Finale.

Der eisenhaltige Schiefer des Würtzberg hingegen prägt den Riesling Rotschiefer: Sein Bukett ist von reifen Fruchtaromen geprägt: Gelber Pfirsich, Mirabellen, begleitet von feinen Kräuter-Würznoten. Am Gaumen eine saftige und würzige Fruchtigkeit, gehaltvoll und mundfüllend, mit animierendem Säurespiel. Die Gärung hat von selbst bei 10 Gramm Restzucker natürlich gestoppt, und so findet sich der Wein perfekt balanciert. Ein Naturwein, der seine innere Ausgewogenheit stolz nach außen trägt.

Blick vom Herrenberg auf die Lage Würtzberg

 Blick vom Herrenberg auf die Lage Würtzberg

Der Hammer aber ist der Riesling Alte Reben! Er stammt von über 50 Jahre alten wurzelechten Reben und präsentiert sich wesentlich dichter und komplexer als die anderen Rieslinge. Zuvor gingen die Trauben aus diesen Rebstöcken noch komplett im Gutswein Scivaro unter, was man jetzt - nach der ersten Ausgabe der Alten Reben - überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann! Wer aber glaubt, dem Gutswein Scivaro würde nun etwas fehlen, der sieht sich getäuscht, denn auch der 2016er Scivaro zeigt seine ganze Klasse wie eh und je!

Doch zurück zum Riesling Alte Reben. Ein famoser Wein, der den schwierigen Spagat schafft, trotz aller Dichte, Wucht und Komplexität so filigran, leichtfüßig und elegant zu bleiben, wie es nur Rieslinge von der Saar sein können! Im Duft verströmt er wilde Aromen von Kräutern, Nüssen und weißem Pfirsich. Am Gaumen präsentiert er sich spannungsgeladen, voller Dichte und von großartiger Tiefe. Neben der intensiven, perfekt gereiften Frucht zeigt er im endlos langen Finale hohe Komplexität, Rasse und Klasse.

Auch den köstlichen Pinot Noir wird es als Rotwein weiterhin geben. Frisch abgefüllt steht nun dieser im Barrique ausgebaute und stilistisch an das Burgund erinnernde feingliedrige Rotwein als 2015er in neuer Ausstattung zur Verfügung.

Da wir nun Platz für all diese schönen neuen Weine benötigen bieten wir ab Samstag, den 24. Juni 2016 die Restmengen der Weine vom Weingut Dr. Siemens zum Schnäppchenpreis an.

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Weingut Würtzberg (MertenMedia)

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