Weinbau der Extreme: Bodegas Langa NEU bei VIF

24.03.2017

Die Reben haben es nicht leicht in Calatayud! In der Höhenluft von bis zu 1.000 Metern müssen sie im Sommer große Hitze und extreme Trockenheit überstehen, der Wind pfeift oft mit großer Stärke, im Winter setzen Schnee und Frost arg zu. Um genügend Wasser zu finden stehen die Stöcke weit auseinander, um dem Wind zu trotzen bleiben sie kleinwüchsig. Die robuste Garnacha-Rebe liebt dieses Terroir, und das schmeckt man in den faszinierenden Weinen der Bodegas Langa.

Die Familie Langa beherrscht seit der Gründung im Jahre 1867 das Weingeschehen in der Region Calatayud (südwestlich von Zaragoza). Sie ist damit einerseits Pionier mit großer Tradition und verantwortlich für die Gründung der DOP Calatayud. Andererseits ist die Bodegas Langa mit 70 Hektar Rebfläche der führende Betrieb der Region. Die fünfte Generation mit Juan und César Langa Gonzalez haben die Bodegas Langa gleichzeitig zu einem der innovativsten Betriebe Spaniens gemacht. Die hoch-moderne Bodega liegt nur 5 Minuten von der Provinzhauptstadt Calatayud entfernt und produziert neben eindrucksvollen Rotweinen aus der Sorte Garnacha auch einen der besten Cavas des Landes. Übrigens der einzige der Region Calatayud und sicher der beste in der Provinz Aragon.

Ihr Augenmerk wollen wir aber auf drei höchst eindrucksvolle Rotweine lenken:

Da sind zunächst einmal die beiden reinsortigen Garnacha-Weine namens Reyes de Aragon (Die Könige von Aragon). Der Premium von bis zu 40 Jahre alten Rebstöcken und der Cuvée Real (die königliche Cuvée) von 70 bis 100 Jahre alten Reben. Beides tiefdunkle Weine, denn die Beeren sind wegen der Trockenheit sehr klein, weshalb das Verhältnis von Beerenhaut zu Saft wesentlich höher ist als bei dicken Beeren. Mehr Farbstoff bedeutet in aller Regel auch mehr Gerbstoffe, die ebenfalls in der Haut sitzen. Diese können hier im sonnendurchfluteten Calatayud bis weit in den Herbst hinein zur Perfektion ausreifen, so dass die Weine weder eckig noch sperrig noch anstrengend sind. Im Gegenteil: Die reifen, feinkörnigen Gerbstoffe verleihen den Weinen einen großartge Struktur, und die hoch delikate Frucht nach dunklen Beeren kommt so bestens zur Geltung.

Eine Garnacha-Rebe in Calatayud

Ein alter Garnacha-Rebstock mit wenig Trauben von kleinen Beeren

Der Premium kommt nur kurz in Kontakt mit Holz, das ihn während seiner 4 bis 6-monatigen Reife im Fass nur abrundet, geschmacklich aber nicht beeinflusst. Der Cuvée Real hingegen bleibt 12 Monate in Fässern aus amerikanischer und europäischer Eiche und glänzt im expressiven Bukett mit Aromen von dunklen Beeren, roter Grütze, die sanft von Eichennoten, Tabak und Leder begleitet werden. Am Gaumen ein stoffliger Auftakt perfekt gereifter Brombeerfrucht mit viel Würze und schwarzem Pfeffer. Die reifen, feinkörnigen Gerbstoffe verleihen ihm eine phantastische Struktur. Im sehr langen und saftigen Finale zeigen sich dunkle Schokonoten, mit zartem Tanninbiss.

Der Spitzenwein Pi ist so etwas wie die Quadratur des Kreises!

Er wird aus der schon ausgestorben geglaubten Sorte Concejon gekeltert. Gerade einmal 3,14 Hektar gibt es davon! 3,14? Das entspricht der Zahl Pi, die mathematisch 2 mal multipliziert mit dem Radius den Umfang eines Kreises ergibt (oder multipliziert mit dem Radius zum Quadrat die Fläche des Kreises). Daher wurde der Wein aus Concejon Pi genannt, und auf der Flasche stehen die 3,141.. mit fast eintausend Nachkommastellen dieser unendlichen Zahl auf dem Etikett. Das Etikett wiederum ist nicht aus Papier, sondern die Farbe ist direkt auf die Glasflasche gedruckt. Also auch in der Ausstattung ein besonderer Wein!

Ein Wein, der genauso faszinierend ist wie die unendliche Zahl Pi. Im Duft offensiv mit einerseits viel dunkelbeeriger Frucht, andererseits mit Röst- und Grillnoten, die von Lorbeer, Kräutern und Tapenade begleitet werden. Sanft schmiegt sich Vanille an, Rauch und Speck machen das Bukett spannend. Am Gaumen ein mundfüllender Auftakt delikater und saftiger Beerenfrucht, mit viel feinkörnigem Tannin, verspielt und vielschichtig, kompakt und stoffig mit viel Grip, zupackend ohne fordernd zu sein, angenehm weich und würzig im sehr langen Finale. Ein spannender, eigenwilliger Wein voller Charme und Faszination. Wie die Zahl Pi.

Weinbau der Extreme: Hitze und Trockenheit lassen keine hohen Erträge zu.

Weinbau der Extreme: Hitze und Trockenheit lassen keine hohen Erträge zu. 

Solch betörenden Weine sind nur mit niedrigen Erträgen machbar. Der extreme Weinbau in Calatayud - Hitze, Trockenheit, steinige und karge Böden, strenge Winter - lassen ohnehin keine hohen Erträge zu. Bodegas Langa hat aber zudem noch viele Flächen mit alten Reben. Diese bilden auf natürlichem Wege ohnehin nur wenig Trauben aus, und nur kleine Beeren haben. So sind Erträge von weniger als 20 hl/ha keine Seltenheit (sonst ist das mehrfache dieses Ertrages die Regel: bei Qualitätsweinen bis zu 100 hl/ha, bei industrieller Massenproduktion gar bis zu 200 hl/ha).

Weinbau der Extreme: Die Rebstöcke müssen weit genug voneinander entfernt stehen, um ausreichend Wasser zu findenenug voneinader entfernt stehen, um ausreichend Wasser zu finden

Weinbau der Extreme: Die Rebstöcke müssen weit genug voneinander entfernt stehen, um ausreichend Wasser zu finden

 

Weinbau der Extreme: Strenge Winter mit Frost und Schnee setzen den Reben zu.

Weinbau der Extreme: Strenge Winter mit Frost und Schnee setzen den Reben zu.

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Bodegas Langa

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