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Langa Frenesi 2016 DOP CalatayudBodegas Langa, Calatayud

Langa Frenesi 2016
DOP Calatayud
Bodegas Langa, Calatayud

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Concejon PI 3,1415    2015 DOP AragonBodegas Langa, Calatayud

Concejon PI 3,1415 2015
DOP Aragon
Bodegas Langa, Calatayud

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NEU bei VIF: Der BIO-Wein Frenesi von Bodegas Langa ist VALUE FOR MONEY!

18.10.2018

Weinbau der Extreme. Davon wollte ich mich bei einem Besuch im spanischen Calatayud bei Bodegas Langa überzeugen. Der Slogan der Familie Langa wird durch die extreme Höhenlage der Rebflächen (bis zu 1.000 m) bei gleichzeitig extremer Trockenheit und extremen Temperaturunterschieden gerechtfertigt. Trotz dieser ungewöhnlichen Herausforderungen gelingen den Langas ganz hervorragende Weine. Der innovative Betrieb stellte mir bei dieser Gelegenheit den aus biologischem Anbau stammenden FRENESI vor. Der bietet viel Wein zu einem attraktiven Preis!

Der Frenesi ist ein mundfüllender, harmonischer Wein aus den Sorten Merlot, Garnacha, Cabernet Sauvignon und Syrah, die aus biologisch kultivierten Parzellen stammen. Das Alter der Reben ist über 30 Jahre. Der Ausbau erfolgt über 4-6 Monate in Fässern aus französischer, europäischer und amerikanischer Eiche. Die delikate Beerenfrucht wird von weichen und geschmeidigen Gerbstoffen unterstützt. Sanft und mundfüllend gleitet das Fruchtspiel in ein delikates, erfrischendes und langes Finale.

Zusammen mit César Langa besichtigte ich die Weinberge. Dank der Geographie zwischen zwei Bergketten im Osten (siehe Bild unten im Hintergrund) und Westen der DO weht hier häufig ein kühler, trockener Wind aus dem Norden, der Jumandil genannt wird. Er sorgt für eine gute Durchlüftung, schnelle Abtrockung bei selten vorhandener Feuchtigkeit erleichtert somit biologische Landwirtschaft.

Weinberge der Bodegas Langa in Calatayud (Blick nach Osten)

Weinberge der Bodegas Langa in Calatayud (Blick nach Osten)

Hier in dieser Senke befinden sich die meisten der 80 Hektar eigener Reben. Langa hat hier ein Wasser-Reservoir angelegt, denn im Sommer fällt bis zur Lese meist kein einziger Tropfen Regen. César vermutet, dass dieses Jahr aufgrund der hohen Wasserreserven im Boden gar keine Bewässerung notwendig sein wird.

Das Terroir hier ist schon ungewöhnlich und abwechslungsreich. Zum einen eine relativ leichtkrümelige, an verwitterten Schiefer erinnernde Bodenstruktur, die allerdings aufgrund des hohen Eisengehaltes intensiv rötlich gefärbt ist und einen hohen Anteil an Quarz hat. Sie zeigt eine gute Wasserdurchlässigkeit (keine Staunässe!) bei gleichzeitiger Wasserspeicherfähigkeit in den Zwischenräumen. Hier baut César überwiegend internationale Sorten wie Cabernet und Merlot (u.a. für den Frenesi) an.

Auf den eisenhaltigen Böden wachsen Cabernet und Merlot

Im Ost-Teil der Senke herrschen rote, eisenhaltige Böden vor mit guter Wasserspeicherfähigkeit

Zum anderen die steinigen, hellen Böden, auf denen sich die Garnacha besonders wohl fühlt. Die weißen Sorten werden in den höheren Lagen angebaut, sie werden üblicherweise ab 6 Uhr bis 11 Uhr morgens gelesen und gleich mit Trockeneis abgedeckt, um sie möglichst kühl in die Kellerei zu bringen.

César Langa inspiziert die Garnacha-Rebstöcke auf Hagelschäden, das weiße, steinige Terroir unterscheidet sich wesentlich von dem roten Terroir

César Langa inspiziert die Garnacha-Rebstöcke auf Hagelschäden, das weiße, steinige Terroir unterscheidet sich wesentlich von dem roten Terroir (im Hintergrund zu sehen)

Die Kellerei selbst sitzt am östlichen Stadtrand Calatayuds in einem ultra-modernen Gebäude, deren Fassade teilweise aus rostendem Stahl besteht. Eine hoch attraktive Architektur, die man bei einem 150 Jahre alten Familienunternehmen nicht unbedingt erwartet. Aber anscheinend verstehen die Langas nicht nur etwas von Wein, sondern auch haben auch sonst ein Gespür für Ästhetik.

Die ultra-moderne Architektur der Kellerei- und Betriebsgebäude der Bodegas Langa

Die ultra-moderne Architektur der Kellerei- und Betriebsgebäude der Bodegas Langa

Auch im Inneren der Kellerei ist man schwer beeindruckt: von der Sauberkeit (alles blitzt und blinkt in Hochglanz), von dem Design, vom modernsten Stand der Technik, von der Ästhetik, selbst die Gärtanks sind mit den Flaschendesigns verziert.

Selbst die Gärtanks sind mit den Flaschendesigns verziert

Selbst die Gärtanks sind mit den Flaschendesigns verziert

Voller Stolz präsentiert mir César eine Errungenschaft, die er selbst als Meilenstein in der qualitativen Weiterentwicklung von Langa sieht. Dieses Gerät dient der Produktion Kellerei-eigener Hefestämme. Diese wurden in einem Forschungsprojekt identifiziert, isoliert, und in Mikro-Vinifikation auf ihre Eignung getestet. César ist nun überzeugt, die richtigen Hefestämme ausgewählt zu haben. Diese werden nun bei Bedarf (also kurz vor der Lese) in den benötigten Mengen reproduziert. Für einen Hefestamm benötigt man etwa 2 Tage. Der Most der jeweiligen Rebsorte wird dann sequenziell (im Abstand von 1 bis 2 Tagen) mit 2 unterschiedlichen Hefestämmen geimpft, ein Hefestamm lässt die Fermentation starten, der andere führt sie zu Ende.

Der Hefe-Vermehrer: In 2 Tagen werden Hefestämme in ausreichender Menge kultiviert

Der Hefe-Vermehrer: In 2 Tagen werden Hefestämme in ausreichender Menge kultiviert

Das ist aus meiner Sicht tatsächlich ein großer Fortschritt, um den ihn sicher zahlreiche Betriebe dieser Größenordnung beneiden werden. Die haus-eigenen Hefen spielen in der Weinbereitung oft eine größere Rolle als die Weinbergs-eigenen (sogenannten wilden) Hefen. Hat man erst einmal die Stämme identifiziert und deren Wirkung auf die Fermentation erforscht, analysiert und qualitativ (sprich sensorisch) geprüft, mindert der Einsatz dieser Hefen erheblich das Auftreten von Fehltönen und trägt somit zu mehr Konsistenz in der Qualität und der Wiedererkennbarkeit der Hauseigenen Stilistik bei. Die Kehrseite der Medaille ist aber, dass es weniger Variation von Jahr zu Jahr gibt. Des einen Freud (Erzeuger und Verbraucher die immer das gleiche wollen) ist dann womöglich des anderen Feind (Konsumenten die die Vielfalt schätzen). Nicht ganz außer Acht sollte man das Risiko lassen, dass auch Hefen sich verändern, und dass es ja tatsächlich noch bessere Hefen geben könnte, als die die man selbst gezüchtet hat. Einige unserer Erzeuger arbeiten mit hauseigenen Hefen, wie etwa Le Contesse oder Vajra, doch die lassen die Hefen fremd produzieren, sprich außer Haus von Spezialisten. Man redet über dieses Thema eher verschämt, weil es in der Öffentlichkeit missverstanden werden könnte.

Dann zeigte mir César die noch relativ jungen Beton-Eier, in denen der Marco Valerio Marcial vergoren wird. Inzwischen hat er den Bestand auf 8 Eier im maximal möglichen Format von 1.700 Liter erhöht. Das zeigt, dass er mit den bisher erzielten Qualitäten beim Marco hoch zufrieden ist und die Produktion ausweiten will. Wir haben uns sehr intensiv über dieses Thema unterhalten, mit dem Effekt, dass ich die Wirkung, was in diesen Eiern tatsächlich passiert und warum die Weine so vollkommen anders schmecken als gleiche Weine aus anderen Gärbehältern, viel besser verstanden habe.

Beton-Eier mit Fassungsvolumen von 1.700 Liter

Beton-Eier mit Fassungsvolumen von 1.700 Liter

1. Der Gärprozess verläuft komplett anders als in einem Tank. In einem Tank schwimmen die Beerenhäute nach oben und müssen mindestens einmal am Tag nach unten gedrückt oder überschwallt werdem, damit sie nicht austrocknen und das Auslaugen der Häute zur Gewinnung von Farbstoffen und Gerbstoffen in den Wein maximiert wird. In den Beton-Eiern aber ist während der Gärung die gesamte Masse in einer kreisförmig-vertikalen Bewegung, so dass die Beerenhäute von alleine immer wieder nach unten gezogen werden und gar nicht gestoßen werden müssten. Es fällt mir zwar schwer das zu glauben, ich möchte das von mindestens noch einem Produzenten bestätigt wissen. Aber César ist überzeugt, und die Farb- und Gerbstoffintensität des Marco Valerio Marcial scheint das zu belegen.

2. Nach der Gärung und Abzug des trüben Weines kommt dieser wieder ins Ei, diesmal wird es randvoll gefüllt. Nun müsste sich eigentlich die Feinhefe unten absetzen und der Wein durch Sedimentation so langsam aber sicher klar werden. Weit gefehlt: Der Wein kreist weiterhin vertikal kreisförmig im Ei, der Wein bleibt trüb und damit maximal möglich in Kontakt mit den Hefen. Das hat auch den Vorteil, dass der Wein durch die Hefen vor Oxidation geschützt ist und der Schwefelbedarf sich deutlich reduziert. Zieht man den Wein ab um ihn abzufüllen, zeigen sich im leeren Ei dann dünne Ablagerungen, die gleichmäßig vom Boden bis etwa 25 cm unterhalb der Ei-Spitze aufhören. Obwohl der Wein auch dort zirkuliert, gibt es aber keine Ablagerungen. Eine mögliche Erklärung wäre die Schwerkraft, aber das ist nur eine Vermutung. Es bleibt ein großes Feld für weitere Forschungen.

Wie auch immer: Wer einmal den Marco Valerio Marcial - der Wein aus dem Beton-Ei - verkostet hat, wird feststellen, dass er einen ganz eigenen Charakter hat. Er ist eben nicht nur dicht und kompakt, kraftvoll und finessenreich, sondern zeigt zudem Persönlichkeit.

Fazit: Der Frenesi als Neuzugang bei VIF überzeugt mit Preis und Leistung, und von Bodegas Langa wird man ganz sicher auch in Zukunft noch spannende Entwicklungen erwarten dürfen.

Text: Frank Roeder MW

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