Zweiter Spitzen-Jahrgang in Folge:
Traumnoten für die 2016er Beaucastel-Weine

20.11.2017

Als wir im letzten Jahr die 2015er Weine von Beaucastel in Subskription angeboten hatten, geschah das mehr unter dem Aspekt der Mengensicherung. Nach der Verkostung vor Ort war ich von der Qualität der Weine aus diesem großartigen Jahrgang 2015 begeistert, und mir war klar, dass spätestens nach der Veröffentlichung der ersten Bewertungen von Parker und Co. der große Run auf diese Weine einsetzen wird. Wir konnten uns aber nicht einmal in unseren kühnsten Träumen ausmalen, wie sensationell unsere Kunden dieses Angebot annehmen würden! Nun übertrifft der Jahrgang 2016 den phantastischen 2015er, falls das überhaupt möglich ist. Zumindest in punkto Konzentration und Power legt er noch einmal eine Schippe drauf. Jetzt gilt es, sich die phänomenalen 2016er in Subskription zu Vorzugspreisen zu sichern!

Waren die 2015er ein Muster-Beispiel an Finesse, Frische und Eleganz, so zeigen die 2016er eine atemberaubende Tiefe, vereinen Kraft und Wucht, ohne dabei schwer und breit zu werden, sondern immer die Balance von Power und Finesse zu bewahren. Hin und hergerissen von diesen beiden so unterschiedlichen Interpretation des Jahrgangs fällt es mir schwer, dem einen oder anderen den Vorzug zu geben. Beide haben ihre Berechtigung, beide sind wunderschöne Repräsentanten der geradezu hymnischen Stilistik von Beaucastel, beide repräsentieren sich als die Referenzen von Châteauneuf-du-Pape, beide dürften kaum zu übertreffen sein!

Immer wieder werde ich gefragt, warum manche Winzer so exorbitant viel bessere Weine produzieren als ihre Nachbarn, die doch die gleichen oder zumindest ähnliche Voraussetzungen haben. Bei Klima, Wetter und Böden sind die Unterschiede meist minimal.

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Betriebe wie Château Beaucastel oder etwa Alvaro Palacios, Egon Müller oder Bruno Paillard erzeugen deshalb so viel bessere Weine, weil sie sich der Exzellenz in jedem Detail verpflichtet haben. Ähnlich den großen Drei-Sterne-Köchen achten sie bei jedem Arbeitsschritt darauf, mit bestem Material sorgfältigst umzugehen und mit großer Erfahrung ihre Vision eines Gerichtes bzw. eines Weines umzusetzen.

Den Perrins gelingt das seit Generationen. Faszinierend für mich war beim Besuch vor Ort zu erleben, dass selbst die profansten Dinge dort so perfekt organisiert sind, dass alles bestens vorbereitet ist und es für alles einen Plan B gibt. Den meisten Besuchern dürfte so etwas kaum auffallen, aber jemand wie ich, der schon hunderte von Weingütern besucht und besichtigt hat und immer hinter die Kulissen schaut, weiß, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, etwa beim Gang durch den Keller an jedem zu verkostenden Fass ausreichend Gläser, einen Spucknapf und eine Pipette vorbereitet zu sehen. Und dann auch noch so flexibel zu sein, sämtliche Besucherwünsche zu erfüllen. Dies ist nur ein kleines Beispiel um zu verdeutlichen, wie die Perrins ticken! Es gäbe zig andere Beispiele, aber wir wollen uns hier ja auf den Wein konzentrieren.

Die Weine von Beaucastel zeichnen sich nicht durch Opulenz, Wucht oder Kraft aus, sondern durch Eleganz, Finesse und Frische. Während bei anderen Betrieben in Châteauneuf-du-Pape die Sorte Grenache dominiert, die schwere, alkoholstarke Weine (15,5% und mehr) ergibt, trägt diese Rebsorte bei Beaucastel mit nur rund 30% zur Cuvée bei. Ungewöhnlich ist hingegen der hohe Anteil (ebenfalls rund 30%) an der spät reifenden Sorte Mourvèdre, die deutlich niedrigere Alkoholwerte erreicht. (Beim besten Wein von Beaucastel, dem Hommage à Jacques Perrin, beträgt der Mourvèdre-Anteil gar über 60%.) Zudem sind die Beaucastel-Weine aus allen dreizehn zugelassenen Rebsorten erzeugt, was definitiv zur enormen Komplexität der Weine beiträgt.

Die großen Holzfässer im Keller von Château Beaucastel

 

Selbst die Spitzenweine werden überwiegend in großen Holzfässern ausgebaut, denn die Frucht soll dominieren. Man findet zwar auch Barriques-Fässer (nur die Syrah wird in neuem Holz ausgebaut), doch für einen Betrieb dieser Größenordnung nur in homöopathischer Anzahl. Sie werden letztlich nur zum "Abschmecken" wie feine Gewürze eingesetzt. Somit steht die Frucht im Vordergrund.

Damit die Weine aber tatsächlich auch Größe zeigen, bedarf es zweier zusätzlicher Voraussetzungen: Erstens perfekt gereiftes, kerngesundes Traubenmaterial, das die Perrins dank biodynamischem Weinbau und des trocken-heißen Klimas an der südlichen Rhône auch Jahr für Jahr lesen. Und zweitens niedrige Erträge, um die Mineralien in den Beeren zu konzentrieren. Das gelingt auf zwei unterschiedlichen Wegen: zum einen sorgt ein niedriger Anschnitt ohnehin für kleine Erträge, zum anderen sind die Rebstöcke in vielen Parzellen schon in einem Alter, dass die Erntemenge schon auf natürliche Weise klein bleibt.

Doch nun zum 2016er: Matthieu Perrin spricht von einem "außergewöhnlichen Jahrgang, der uns an die großen Jahrgänge wie 2010, 2000 und immer mehr an 1990 erinnert. Der trockene Sommer mit seinen heißen Tagen und kühlen Nächten war ideal während der Reifephase. Die Trauben konnten daher vollständig und recht schnell reifen, in bestem Gesundheitszustand. Sie zeigten so gleichzeitig eine optimale Reife und Konzentration, was ein gutes Gleichgewicht von Zucker und Säure bedeutet. Die Lese begann unter perfekten Voraussetzungen. Die Trauben besaßen eine dicke Haut, fruchtiges Fruchtfleisch und knackige Kerne. Die Beeren waren zwar klein, aber es gab viele davon und sie waren sehr konzentriert.

Lese auf Beaucastel

Die Lese begann unter perfekten Voraussetzungen. Die Trauben besaßen eine dicke Haut, fruchtiges Fruchtfleisch und knackige Kerne. Die Beeren waren zwar klein, aber es gab viele davon und sie waren sehr konzentriert. Der Grenache aus Beaucastel zwischen dem 26. und 30. September. Der Mourvèdre war sensationell und wurde voll ausgereift zwischen dem 6. und 7. Oktober gelesen. Im Keller war der Most voller Aromen und intensiver Farbe. Aus dem exzellenten Fruchtfleisch konnten die Polyphenole optimal extrahiert werden.
Die jungen Weine schmecken wunderbar, zeigen viel Frische und Ausgewogenheit sowie eine schöne Textur und Tanninstruktur mit einer außergewöhnlichen Reife aller Rebsorten."

Der 2016er Châteauneuf-du-Pape rouge zeigte schon nach der ersten Cuvéetierung mit allen 13 Sorten eine faszinierende Qualität, die den großartigen Bedingungen gerecht wird. Unglaublich tief in der Farbe und ausdruckstark im Bukett mit viel Blaubeeren und Johannisbeer-Gelee. Am Gaumen stoffig und kraftvoll, mit ultrafeinen Tanninen und delikaten Aromen. Ein eindrucksvoller, energiegeladener Wein von großartiger Balance, der noch für Furore sorgen wird.

Der 2016er Coudoulet, der "kleine" Bruder vom großen Châteauneuf-du-Pape, ist phantastisch gelungen, wohl der beste Coudoulet aller Zeiten! Nur durch eine Straße getrennt liegen die Reben außerhalb des Anbaugebietes für Châteauneuf-du-Pape, aber sonst ist alles identisch: Böden, Klima, Wetter, Weinbau und die legendäre Sorgfalt, mit der auf Beaucastel gearbeitet wird. Tiefdunkles Rubinrot; Schon das hoch komplexe Bukett verrät, wie gut der Wein wird: opulente Fülle von dunkelbeeriger Frucht gepaart mit Würz- und Kräuternoten und Lakritze; am Gaumen eine überragende Balance von dunkelbeeriger Frucht, feinen Gerbstoffen und einer faszinierenden Frische. Genialer Wert!!!

Da darf man getrost fragen: Ist der Coudoulet nun der beste Côtes du Rhône, oder ist er vielmehr der preisgünstigste Châteauneuf-du-Pape. Offiziell ist er natürlich ein Côtes du Rhône, aber von seiner Intensität und Komplexität läuft er manchem Châteauneuf-du-Pape den Rang ab.

Das drückt sich auch in den aktuellsten Benotungen aus: Jeb Dunnuck, der jahrelang für Parker an der Rhône tätig war und sich inzwischen selbstständig gemacht hat, zieht sogar die Höchstnote von 100 Punkten für den 2016er Roussanne Vieilles Vignes:

2016 Coudoulet Blanc: Leading off the whites and just bottled, the 2016 Côtes du Rhône Blanc Coudoulet de Beaucastel offers terrific notes of citrus blossom and apple peel to go with a medium-bodied richness and depth. Its a rich, impressive Côtes du Rhône Blanc I’d happily drink over the coming 2-4 years, and readers interesting in checking out a high-quality white from the Southern Rhône should give this a try. 90 Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

2016 Châteauneuf du Pape Blanc: Just sensational, and one of the best examples of this cuvée out there, the 2016 Châteauneuf-du-Pape Blanc boasts phenomenal notes of orange blossom, salty minerality, caramelized peach, and spice. Rich, full-bodied, unctuous and yet always pure and elegant, it’s one of the finest white coming from this hallowed appellation. 95 Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

2016 Roussanne Vieilles Vignes: Also bottled two weeks ago, the 2016 Châteauneuf-du-Pape Roussanne Vieilles Vignes is utterly killer and is as good as it gets. Huge notes of orange blossom, peach, tangerine, honeysuckle, and caramelized citrus flow from this insanely good, unctuous, heavenly textured white that possesses full-bodied richness and power, yet stays light, graceful and perfectly balanced on the palate. Drink bottles anytime over the coming 4-6 years, or cellar for a decade or more. Robert Parker once famously called this the Montrachet of the Rhône, and I wholeheartedly agree with him. Don’t miss this wine! 100 Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

2015 Coudoulet Rouge: Leading off the 2015s from bottle, the 2015 Côtes du Rhône Coudoulet de Beaucastel is impressive with its tobacco leaf, olive, and earthy, dark fruit-driven style. It’s medium to full-bodied, nicely textured, and has fabulous concentration and depth for a Côtes du Rhône. I’d happily drink it over the coming decade. 91 Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

2016 Châteauneuf du Pape: Moving to the reds, I was able to taste all of the components of the 2016 Châteauneuf-du-Pape and this will unquestionably be another terrific vintage from this estate. All of the samples had inky, purple colors, classic aromatics, good acidity and freshness, and balanced profiles. The Mourvèdre, in particular, was beautiful. 94-97 Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

2015 Châteauneuf du Pape: The 2015 Châteauneuf-du-Pape checks in as a blend of 30% each of Mourvèdre and Grenache, 10% Syrah, 10% Counoise and the rest a mix of permitted varieties, and they’re more and more keeping the stems with Syrah component. This is a beauty that offers more depth and richness than just about every other wine in the vintage. Blackberry, black raspberries, garrigue, spice and hints of saddle leather all flow to a full-bodied, rich, layered 2015 that has a stacked, concentrated mid-palate, ripe, sweet tannin and an undeniable opulence that’s missing from too many 2015s. Marc Perrin compared this cuvée to 2001, and I can’t disagree with him. Drink this blockbuster beauty anytime over the coming two decades. 96+ Punkte, Jeb Dunnuck (ex WineAdvocate) October2017

Meine persönliche Bewertung: 98+ Punkte für den 2016er Beaucastel rouge! Sonst bin ich mit allen Benotungen einverstanden!

 

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Château Beaucastel

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