98 Punkte für Flaccianello 2013: Nie war er so gut wie heute

13.01.2017

Flaccianello Superstar! Nie zuvor war ich so elektrisiert vom Flaccianello wie bei meiner ersten Verkostung des Flaccianello 2013 im letzten April. Auf der Vinitaly stellte mir Giovanni Manetti seinen Flaccianello aus dem eher schwierigen Jahrgang 2013 vor, der mich im ersten Moment sprachlos machte. Denn eine solche Fokussiertheit, solch geschliffene Tannine und solch gebändigte Kraft hatte ich bei diesem Jahrgang nicht erwartet. Jetzt hat er von Parker sagenhafte 98 Punkte erhalten.

Im April notierte ich:

Intensives, ausdruckstarkes Bukett mit dunklen Aromen von Kaffee, Mokka, aber auch viel reife Krachkirsche, ungemein konzentiert, fokussiert und von faszinierender Tiefe. Am Gaumen fällt zunächst eine enorme Phenoldichte auf, die Tannine sind höchst präsent, aber brillant geschliffen, in einer nie gekannten Konzentration. Dann ein gewaltiger Extrakt, der Wein ist fast zum Kauen, der von einer noch intensiveren Säure als beim Vigna del Sorbo begleitet wird. Er braucht viel Zeit sich zu öffnen, was das gewaltige Potenzial des Weines zeigt. Großer, nein großartiger Flaccianello.

Hier die Notizen von Monika Larner, Parkers Statthalterin in Italien:

2013 Flaccianello: The 2013 Flaccianello della Pieve is a commanding wine and a strong protagonist of both the vintage and its territory. Connoisseurs of Sangiovese will be hard pressed to find a wine more authentic, elegant, complex and pristine than this. I am a huge fan of the 2013 vintage in Chianti Classico and the Flaccianello della Pieva is one big reason for this love affair. The bouquet is gorgeous and delineated with wild berry, tangy spice, crushed mineral and forest flower. Yet, the wine's color is dark, brooding and austere. The wine offers exuberance and energy in the mouth, thanks to its balanced acidity and seemingly never-ending finish. It should age forward for twenty years or more. Congratulations Fontodi. 2018-2045 98 Punkte Robert Parkers Wine Advocate 30Dec2016

It is impossible to exaggerate my enthusiasm for this set of new releases from Giovanni Manetti's venerable Fontodi. I'll start with the 2013 Flaccianello della Pieve that left me speechless. This is the wine that taught me to love the 2013 vintage in Central Tuscany. I also want to underline my excitement surrounding the two outlier wines - the Syrah Case Via and the Pinot Nero Case Via - that bring a fresh new vision to the winemaking potential of Panzano in Chianti. These revolutionary wines break all the rules in one of Italy's most regulated wine regions. Good for Fontodi.

Und hier die Übersetzung:

"Der 2013er Flaccianello ist ein fordernder Wein und ein starker Protagonist des Jahrgangs und seiner Herkunft. Den Liebhabern von Sangioves dürfte es schwer fallen, einen authetischeren, eleganteren, komplexeren und makelloseren Wein als diesen zu finden. Ich bin ein großer Fan des Jahrgangs 2013 im Chianti Classico und der 2013er Flaccianello ist einer der überzeugendsten Gründe für diese Liebesaffaire. Das Bukett ist umwerfend schön und untermalt von wilden Beeren, herben Würznoten, mineralischen Noten und wilden Blüten. Dennoch ist die Farbe des Weines dunkel, brütend und karg. Der Wein zeigt am Gaumen einen Überfluss und Energie, und dank seiner ausgewogenen Säure ein scheinbar endloses Finale. Er kann gut 20 Jahre reifen. Glückwunsch Fontodi. 98 Punkte

Es ist nahezu unmöglich, meinen Enthusiasmus für diese Serie von Giovanni Manettis ehrwürdiges Weingut Fontodi. Ich will mit dem 2013er Flaccianello starten, der mich schier sprachlos machte. Genau dieser Wein hat mich den Jahrgang 2013 in der Toskana lieben gelernt. Aber ich will auch meine Begeisterung über zwei Ausreißer-Weine betonen - Syrah Case Via und Pinot Nero Case Via, die eine Sicht auf das Weinmachen in Panzano im Chianti bieten. Diese revolutionären Weine brechen mit allen Regeln in einer der am stärksten regulierten Weinregionen Italiens. Gut für Fontodi."

Flaccianello ist ja nun kein Unbekannter. Seit Jahren erhält er hohe Bewertungen im Bereich 95 und mehr Punkten. Aber erstmals erhielt er nun 98 Punkte, zu Recht, wie ich meine. Was aber ist das Besondere an diesem Wein? Nun, er ist ein reinsortiger Sangiovese, die Trauben kommen aus einer der berühmtesten Lagen im Herzen der Toskana, der Conca d'oro (Goldgrube) in Panzano (siehe Foto).

 Die Goldgrube von Panzan: Conca d'oro Fontodi

Conca d'Oro: Die Goldgrube von Panzano

Einen deutlichen Qualitätsschub erfuhren die Weine von Fontodi durch die Umstellung auf biodynamischen Weinbau. Fontodi ist nicht einfach ein Weinbaubetrieb, sondern ein in sich geschlossenes Landwirtschaftsgut. Die Chiantigiana-Rinder werden vom eigenem Getreide ernährt, der Mist der Rinder düngt die Weinberge und dient als Grundlage für die Präparate, die nach den bio-dynamischen Vorgaben selbst hergestellt werden.

Die Weine haben so enorm an Charakter, Perösnlichkeit, Mineralität und Ausdruckstärke gewonnen. Eine Entwicklung, die Spaß macht und Früchte trägt, wie die 98 Punkte beweisen.

Doch Giovanni Manetti geht sogar noch weiter. Im neuen Fasskeller für den Flaccianello findet man seit eigenen Jahren auch selbst hergestellte Amphoren aus Ton, die zur Vergärung naturreiner Weine genutzt werden. Noch ist die Produktionsmenge des DINO genannten Naturweins ohne Schwefeleinsatz klein, aber die Qualität ist vielversprechend.

Der Fasskeller für den Flaccianello

Der Fasskeller für den Flaccianello mit den Amphoren aus Ton für den DINO

Es bleibt also spannend auf Fontodi!

Text: Frank Roeder MW

Fotos: Fontodi und Frank Roeder

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