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Fleurie AC 2014 Granits RosesDomaine de Bel-Air, Beaujolais

Fleurie AC 2014
Granits Roses
Domaine de Bel-Air, Beaujolais

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Picpoul de Pinet 2015 Prestige ACDomaine des Lauriers

Picpoul de Pinet 2015 Prestige
AC
Domaine des Lauriers

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Dolcetto d'Alba 2015 DOCG.D. Vajra

Dolcetto d'Alba 2015
DOC
G.D. Vajra

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Moscato d'Asti  Nivole 2015 DOCGMichele Chiarlo, Piemont

Moscato d'Asti Nivole 2015
DOCG
Michele Chiarlo, Piemont

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Pinot Noir 2014 Estate WineDomaine Drouhin, Oregon

Pinot Noir 2014
Estate Wine
Domaine Drouhin, Oregon

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10 Weine, die man öfter trinken sollte

30.09.2017

Jede Zeit hat ihre Moden, das gilt auch beim Wein. Lagen vor 30 Jahren Chablis und roter Bordeaux total im Trend, werden aktuell bei Weißwein Grauburgunder und bei Rotwein Primitivo mächtig nachgefragt. Das ist eigentlich kein Problem, sondern völlig normal. Es wird allerdings dann zum Problem, wenn alle nur noch das Gleiche wollen. Dabei gibt es wunderschöne Weine, die unter mangelnder Nachfrage leiden, oder gar in Vergessenheit geraten. Wann haben Sie das letzte Mal einen Beaujolais, einen Gewürztraminer, einen Picpoul oder einen Dolcetto getrunken? Hier sind 10 Klasse-Weine, vorgestellt von Master of Wine Frank Roeder, die es verdient haben, stärker in unserem Fokus zu stehen!

(1) Der Gedanke zu diesem Artikel kam mir letzte Woche, als ich in einem Restaurant den Wein zum Coq au vin aussuchen sollte. Da fiel mir sofort der Klassiker zu diesem Gericht ein: Ein Beaujolais! Schade nur, dass das Restaurant einen solchen nicht auf der Karte hatte. "Das wäre in Frankreich wohl nie passiert", dachte ich mir. Am nächsten Abend wählte ich zum Abendbrot einen Fleurie, einen der zehn Crus aus dem Beaujolais, und war schlichtweg begeistert!

Man hat das Gefühl, dass der Weintyp Beaujolais einfach aus dem Bewusstsein der meisten Wein-Liebhaber verschwunden ist. Dabei passt doch genau dieser saftige, fruchtbetonte, Gerbstoff-unbelastete Weinstil in unsere Zeit. Angenehm zu trinken, trocken, nicht schwer und keinesfalls leicht, moderater Alkohol ein herrlicher Essensbegleiter. Als Cru in gehobener Qualität verfügt er mit einem gewissen Grad an Mineralität  sogar über die Spannung, so dass er Vergnügen bereitet und auch nach dem Essen weiter getrunken werden möchte. Vive le Baujolais! Es muss ja nicht der Primeur sein, dessen Hype schon lange vorbei ist, und der nie ein echter Wein, sondern viel mehr Lebensfreude war. Beaujolais Village oder einer der zehn Crus sollte man ruhig öfter in die Entscheidungsfindung einbeziehen!

(2) Überhaupt die Franzosen! Im Bereich Alltagsweine waren sie einst sehr beliebt, rangierten weit vor Italienern, Spaniern oder Deutschen. Beispiel Bodeaux: Roter Bordeaux galt lange als Musterbeispiel für ein gutes Preis-/Genussverhältnis, doch mit den Preisexplosionen für die Spitzengewächse wurde eine ganze Kategorie geschädigt. War weißer Spitzen-Bordeaux im Fahrwasser der roten Grands Crus Classés lange Zeit im Bewusstsein der Weinliebhaber fest verankert, kennen heute nur noch ältere Konsumenten diese Kategorie. Der Weißwein von Grand Enclos zeigt exemplarisch, dass hochkarätige Qualitäten für bezahlbares Geld auch in Bordeaux zu finden sind. Aus den Sorten Sauvignon Blanc (im Edelstahltank vinifiziert und ausgebaut) und Sémillon (im Barrique vergoren und gereift) entsteht ein Wein voller Rasse und Klasse, mit feinem Schmelz, der sich als großartiger Essenbegleiter zu hellem Fleisch oder gegrilltem Fisch und Meeresfrüchten anbietet.

(3) Bleiben wir in Frankreich: Schon mal was von Picpoul de Pinet gehört? Picpoul ist eine weiße Rebsorte mit eigener Appellation, die im Süden Frankreichs, genauer gesagt in der Nähe von Agde angebaut wird. Ihr Name bedeutet Lippenstecher, denn sie ist eine Sorte, die gut die Säure bewahrt und sich so zum perfekten Begleiter von Muscheln macht. Ich erinnere mich gut daran, als einmal Paula Bosch (eine der ersten berühmten Sommelières in Deutschland vom Tantris in Müchen) bei mir anrief und um eine Empfehlung für Austern bat. Ich empfahl ihr Picpoul, die sie nicht einmal kannte. Also schickte ich ihr eine Probeflasche, und sie war so begeistert, dass sie eine große Menge davon orderte. Denn der Wein hat neben seinem köstlichen Geschmack eine weitere herausragende Eigenschaft: Ein kleiner Preis!

(4) Vom Lambrusco hat jeder schon mal gehört, aber meistens nichts Gutes. Ist der Ruf erst ruiniert..... Das haben die zahlreichen Pizzerien in Deutschland geschafft, die miesen und billigsten Lambrusco - leichter und süßer roter Perlwein mit Kopfschmerzgarantie - aus den 2 Liter-Flaschen für 3 Mark zum gleichen Preis das 0,1L-Glas verscherbelten. Das ist aber nicht der Lambrusco, den ich empfehle. Lambrusco kann ein köstlicher Aperitif sein, wie etwa der Concerto von Medici Ermete. Ein nicht-süßer Schaumwein, tiefdunkelrot, trocken schmeckend, perfekt zu Antipasti, allen voran Mortadella-Würfel. So gut, dass er die begehrten Drei-Gläser im Gambero Rosso erhalten hat. Ich weiß gar nicht, zum wievielten Mal in Folge. Einfach mal mutig sein und seinen Gästen so etwas anbieten: Sie werden überrascht über die positiven Reaktionen sein!

(5) Die Rebsorte Pecorino dürfte den wenigsten bekannt sein. Sie ist eine autochthone weiße Sorte aus den Abruzzen. Dort gibt es neben dem roten Montepulciano auch viel Weißwein, allerdings meist aus der eher langweiligen bis ausdrucksschwachen Sorte Trebbiano. Die Pecorino hat eine dicke Beerenhaut, die sowohl Farbe wie Geschmack deutlich beeinflusst. In der Farbe zeichnet sich das durch ein intensiveres Goldgelb aus, das nichts mit Reife zu tun hat. Im Geschmack finden sich neben der intensiv saftigen gelben Frucht (Mirabellen, Melonen, manchmal auch ein Hauch Aprikosen) besonders markante Würznoten, die den Wein aus der Belanglosigkeit heraus heben. Probieren Sie den Pecorino von Mucci mal zu Vitello Tonnato oder Grillgemüse: Einfach köstlich!

(6) Viel bekannter sind die Dolcetto-Weine aus dem Piemont. Doch wenn das Stichwort Piemont fällt, denkt man erst einmal an die großartigen Barolo und Barberesco, allenthalben auch noch an weniger teuren Barbera. Aber Dolcetto? Stimmt, da war doch was? Ganz entgegen seinem Namen (dolce = süß) ist er ein kernig trockener Wein mit intensiver Kirschfrucht und einem feinen Gerbstoffgerüst, das ihn angenehm trinkig macht und ihm doch ein gutes Gerüst gibt, auch ein paar Jahre zu altern. Der Dolcetto d'Alba von G.D. Vajra ist ein guter Essenbegleiter, zu hellem Fleisch, besonders zu Kaninchen, Geflügel, selbst zu Rouladen (oder der italienischen Variante Involtini) und mildem Käse. Ein Hochgenuss, den man sich viel zu selten gönnt.

(7) Eine Lanze möchte ich mal für die Aroma-Sorten brechen: Lange in der Versenkung verschwunden waren Sorten wie Gewürztraminer, Muskateller, Muscat oder Scheurebe. Aber langsam gedeiht dieses zarte Pflänzchen wieder. Wann haben Sie das letzte Mal einen Gewürztraminer getrunken? Das verstaubte Image, das besonders dicke, mit Restsüße überladene, aber wenig balancierte Gewürztraminer anhaftet, besonders solche aus dem Elsass. War lange Zeit berechtigt. Aber schon immer gab es grandiose Gewürztraminer, und es gibt sie auch heute noch! Der Gewurztraminer Classic von Hugel belegt exemplarisch, dass auch trockene Gewürztraminer große Weine sind. Nirgendwo ist Gewürztraminer ausdruckstärker als im Elsass: Expressives Bukett von erlesener Eleganz mit Noten von Nüssen, Mango, Maracuja, Ananas, Rosen und Muskat. Am Gaumen ein trockener, spannungsgeladener Wein von intensiver Saftigkeit und Würzigkeit, leicht cremig, und mit strahlendem Finale. Ideal zu würzigen Speisen, ob indisch oder orientalisch, herzhaftem und intensivem Käse oder zu Wild.

(8) Völlig unterschätzt wird auch Muskateller. In seiner trockenen Version ist er ein äußerst ansprechender Aperitif, der anregt und Appetit macht, wie etwa der Gelbe Muskateller Steinriegel von Wohlmuth aus der Steiermark oder Tina Pfaffmanns Gelber Muskateller EXKLUSIV aus der Pfalz. Die charmanteste Version aber - und das ist eine meiner ganz persönlichen Favoriten in dieser Liste - ist der feinherbe Muskateller von Knab aus Baden. So unglaublich fruchtig und saftig, als würde man in vollreife Muskat-Trauben beißen, und mit nur 10% Alkohol leichtfüßig tänzelnd am Gaumen und doch einen großen Eindruck hinterlassend!

(9) Die ganze Leichtigkeit des Seins auf höchst vergnügliche Weise findet man in Moscato d'Asti. Das ist die aus dem Piemont stammende Edel-Variante des simplen Asti Spumante. Aber viel, viel besser! Bei nur etwas über 5% Alkohol wird die Gärung gestoppt und die bisher entstandene Kohlensäure im Wein gebunden. Der Nivole Moscato d'Asti von Michele Chiarlo ist ein fruchtsüßer Perlwein der Extra-Klasse, wunderbar zu fruchtigen Desserts, und nach einem opulenten Mal eine phantastische Erfrischung, die müde Geister wieder weckt. Warum trinken wir so etwas nur so selten? Wo er doch so großes Trinkvergnügen zu solch kleinem Preis bietet!

(10) Nun kommen wir zu einer meiner heimlichen Lieben. Diese pflege ich bereits seit vielen Jahren, und habe sie mangels Verfügbarkeit nur selten meinen Freunden zeigen können. Es geht um Pinot Noir aus Oregon! Schon vor mehr als zehn Jahren, als ich das erste Mal das Willamette Valley südlich von Portland bereiste, habe ich mich in Oregon Pinot Noir unsterblich verliebt! Immer wieder habe ich im Gepäck zwei, drei dieser köstlichen Flaschen mit nach Hause genommen, und trotz großer Lagerfähigkeit wurden sie nie alt. Einfach zu gut, zu köstlich, zu betörend zu viel anders als Pinot Noir aus dem Burgund! So saftig und intensiv fruchtig, dennoch mit Stil und Charakter, vielleicht nicht ganz so viel Terroir-betont wie die Burgunder, aber von solch betörendem Charme, dass mir warm ums Herz wird wenn ich nur daran denke. Eine heimliche Liebe, und eine kostspielige dazu, denn die gute Pinots aus Oregon kosten. Aber sie sind jeden Cent wert! Und dich freue mich riesig, dass wir dank der Zusammenarbeit mit Drouhin aus dem Burgund nun auch die Pinots der Domaine Drouhin aus Oregon anbieten können, die zu den Pionieren dort zählen und spektakuläre Pinots machen. Schon der "einfache" Estate Pinot Noir ist hoch delikat, von verführerischem Schmelz und großartiger Frucht. Die Krönung aber ist die Cuvée Laurène, die sicher zu den besten Pinots aus dieser kühlen Ecke der USA stammt.

Grauburgunder und Primitivo haben ihre Berechtigung, keine Frage, aber es lebe die Abwechslung!

Text: Frank Roeder MW

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